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Korruption Brasiliens Ex-Präsident Lula stellt sich Polizei - zwölf Jahre Haft

Wegen Korruption muss der populäre Politiker Lula da Silva eine langjährige Haftstrafe antreten. Seine Anhänger wittern eine Verschwörung.

São PauloDer wegen Korruption verurteilte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat sich der Polizei gestellt. Er verließ am Samstag den Sitz der Metallarbeitergewerkschaft in São Paulo, um seine zwölfjährige Haftstrafe anzutreten, wie der Fernsehsender Globo berichtete. Am Freitag hatte Lula eine gerichtlich festgesetzte Frist für seinen Haftantritt noch verstreichen lassen.

Im Fernsehen war zu sehen, wie eine Kolonne schwarzer Geländewagen mit Blaulicht davon fuhr. Nach seiner Festnahme sollte er in ein Gefängnis in der südbrasilianischen Stadt Curitiba gebracht werden. Zuvor hatten Lulas Anhänger verhindert, dass der ehemalige Präsident in einem Privatauto das Gelände der Metallarbeitergewerkschaft verließ, um sich der Polizei zu stellen.

Lula besuchte am Samstag noch eine Messe für seine im vergangenen Jahr verstorbene Ehefrau und hielt danach eine flammende Rede vor Tausenden Anhängern. „Je mehr sie mich angreifen, desto mehr wächst meine Beziehung zum brasilianischen Volk“, sagte er.

Lula ist in den Skandal um Schmiergelder bei Auftragsvergaben an den staatlichen Ölkonzern Petrobras verwickelt. Unter anderem soll er von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen haben. Wegen Korruption war er zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Mehrere Anträge, bis zum Ende des Berufungsverfahrens auf freiem Fuß bleiben zu dürfen, wurden abgelehnt.

Lula war zwischen 2003 und 2011 brasilianischer Staatschef. Bei der Wahl im Oktober will er erneut für das höchste Staatsamt kandidieren. Allerdings ist unklar, ob das nach seiner Inhaftierung noch möglich ist. In den Umfragen liegt Lula mit bis zu 36 Prozent deutlich vorn.

Seine Anhänger vermuten, dass der populäre Politiker mit der Inhaftierung an einer weiteren Amtszeit gehindert werden soll. „Ich habe ein reines Gewissen. Ich vergebe ihnen aber nicht, dass sie mich einen Dieb nennen“, sagte der Ex-Präsident.

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