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Krieg in Syrien Bombenhagel auf syrische Rebellenenklave geht weiter

Das syrische Rebellengebiet im östlichen Ghuta bei Damaskus soll am Dienstagmorgen erneut bombardiert worden sein. Es soll mehr als 100 Tote geben.

BeirutIn Syrien haben regierungstreue Streitkräfte ungeachtet internationaler Rufe nach einem Ende der Gewalt erneut die Rebellenenklave im östlichen Ghuta nach Oppositionsangaben angegriffen. In der Nacht und am Dienstagmorgen sei das Gebiet bei Damaskus bombardiert und mit Raketen beschossen worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die verstärkten Luftangriffe dienten der Vorbereitungen einer Bodenoffensive gegen die Aufständischen. Am Montag seien mehr als 100 Menschen getötet worden, so viele an einem einzigen Tag wie seit drei Jahren nicht mehr.

Die Vereinten Nationen haben wegen der eskalierenden Gewalt eine sofortige Feuerpause gefordert. Die Gewalt in Ghuta ist Teil einer seit einigen Monaten verstärkten Kriegsführung an mehreren Fronten in Syrien, mit der der von Russland unterstützte Präsident Baschar al-Assad die Wende in dem seit sieben Jahren anhaltenden Aufstand erzwingen will.

Eines der Krisengebiete ist die nordwestliche Region entlang der Grenze zur Türkei. Dort haben von den USA unterstützte kurdische Rebellen in weiten Teilen die Kontrolle übernommen. Das hat die Türkei auf den Plan gerufen. In der syrischen Region Afrin kämpft sie gegen die Kurdenmiliz YPG, die sie als verlängerten Arm der verbotenen Arbeiterpartei PKK betrachtet. Da aber die syrische Regierung gegen einen türkischen Militäreinsatz auf syrischem Boden ist, ist eine ungewöhnliche Allianz im Gespräch, nämlich eine militärische Zusammenarbeit zwischen Assads Truppen und der YPG.

Die Türkei hat die Führung in Damaskus gewarnt, sie werde auch gegen syrische Soldaten vorgehen, sollten diese die Kurden unterstützen. Noch aber gebe es keine Hinweise, dass syrische Regierungstruppen in Afrin einmarschiert seien, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu in einem Interview mit dem Sender Kanal 24 am Dienstag.

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