Krise USA schicken Soldaten in den Irak

Die Krise im Irak führt die USA und den Iran nun aber näher zusammen. Eine militärische Kooperation schließen die USA jedoch aus. Präsident Obama schickt Soldaten zum Schutz der Botschaft in den Irak.

USA und Iran tauschen sich erstmals zur Irak-Krise aus. Quelle: dpa

Vertreter der USA und des Irans haben sich erstmals zu direkten Gesprächen über die Krise im Irak getroffen. Abgesandte hätten am Rande der Atomverhandlungen in Wien kurz über den Vormarsch der Islamistenmiliz Isis geredet, sagte ein hochrangiger Vertreter des US-Außenamtes in der Nacht auf Dienstag. Die USA sorgen sich um einen Zerfall des irakischen Staates und die Stabilität der Region. Den Einsatz von Bodentruppen im Kampf gegen die Extremisten hat Präsident Barack Obama ausgeschlossen. Seine Regierung entsendet nun aber zusätzliche Soldaten zum Schutz der Botschaft in der Hauptstadt Bagdad.

Auch der schiitische Iran befürchtet eine Machtübernahme im schiitisch regierten Bagdad durch die radikalen Sunniten der Isis. Präsident Hassan Ruhani hatte sich grundsätzlich offen für eine Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Gruppe gezeigt. Washington sei bereit, sich sowohl mit Teheran als auch mit anderen Mächten in der Region über das Vorgehen gegen die Isis-Kämpfer abzustimmen, sagte der Vertreter des US-Außenamtes weiter. Eine militärische Zusammenarbeit mit der Islamischen Republik werde es aber nicht geben. Zuvor hatte Außenminister John Kerry noch dem Portal Yahoo erklärt, er würde „nichts ausschließen, was konstruktiv wäre.“ Die USA erwägten zudem Drohnenangriffe auf die Extremisten.

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Wie Präsident Obama in einem Brief an den Kongress mitteilte, entsendet die US-Regierung zudem eine 275 Mann starke Spezialeinheit des Militärs in den Irak, um die Botschaft in Bagdad und die dort arbeitenden Amerikaner zu schützen. Die Truppe sei wenn nötig auch für den Kampf gerüstet. „Diese Einheit wird im Irak bleiben, bis die Sicherheitslage es nicht länger erfordert“, hieß es in dem Schreiben. Die irakische Regierung habe dem Schritt zugestimmt.

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