Kritik an Consob Italienischer Minister wirft Finanzaufsicht schwere Fehler vor

Hat der Chef der italienischen Finanzaufsicht Consob Banken signalisiert, sie könnten gewisse Angaben zu Risiken in Anleihen-Prospekten weglassen? Der Industrieminister Carlo Calenda erhebt schwere Vorwürfe.

Italiens Industrieminister Carlo Calenda (rechts im Bild, hier mit dem Türkischen Energieminster Berat Albayrak) erhebt schwere Vorwürfe gegen den Consob-Chef Giuseppe Vegas. Quelle: AP

RomIn Italien hat ein Regierungsmitglied der Finanzaufsicht Consob Fehlverhalten vorgeworfen. Es seien „schwere Fehler“ begangen worden, sagte Industrieminister Carlo Calenda am Montag. Consob-Chef Giuseppe Vegas soll Banken signalisiert haben, sie könnten gewisse Angaben zu Risiken in Anleihen-Prospekten weglassen. Calenda äußerte sich zu einem Bericht des italienischen Fernsehmagazins „Report“, der zu Rücktrittforderungen gegen Consob-Chef Giuseppe Vegas geführt hatte. „'Report' hat Recht“, sagte Calenda. Vize-Energieminister Enrico Zanetti hatte bereits nach der Ausstrahlung der Sendung den Rücktritt von Vegas verlangt. Der allerdings nannte die Vorwürfe gegen ihn nun „haltlos“.

Consob soll darüber wachen, dass Investoren angemessen informiert werden, wenn sie Finanzprodukte kaufen. Die Behörde hat bereits darauf verwiesen, dass es keine gesetzliche Pflicht gebe, dass auf Prospekten für Anleihen genaue Risiko-Wahrscheinlichkeiten vermerkt werden müssten. Im vorigen Jahr hatten Tausende Anleger in Italien mit Bond-Geschäften Geld verloren, nachdem vier kleinere Geldinstitute pleitegegangen waren und Anleger gemäß verschärften EU-Regeln mit dafür bluten mussten.

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