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Kundgebung in Barcelona „Puigdemont, geh ins Gefängnis!“

Die Gegner einer Loslösung Kataloniens bezeichnen sich als schweigende Mehrheit, die nicht länger still sein will. In Barcelona gingen am Sonntag Hunderttausende für die Einheit Spaniens auf die Straße.

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In Sprechchören drückten Demonstranten ihre Unterstützung der vom spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy eingeleiteten Maßnahmen gegen eine Abspaltung Kataloniens aus. Quelle: AP

Barcelona Zwei Tage nach dem Unabhängigkeitsvotum des katalanischen Parlaments haben am Sonntag Hunderttausende in Barcelona gegen eine Abspaltung demonstriert. Die Nachrichtenagentur AFP sprach unter Berufung auf Polizeiangaben von 300.000 Teilnehmern. Viele trugen spanische und katalanische Fahnen. Die Atmosphäre war fröhlich, obwohl einige „Puigdemont, geh ins Gefängnis!“ riefen.

In Sprechchören drückten Demonstranten ihre Unterstützung der vom spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy eingeleiteten Maßnahmen gegen eine Abspaltung Kataloniens aus. Dazu gehören die Absetzung der Regionalregierung und ihres Präsidenten Carles Puigdemont, die Auflösung des Regionalparlaments und dessen Neuwahl am 21. Dezember. „Jetzt ja, wir werden wählen gehen!“, riefen sie und applaudierten jedes Mal, wenn ein Polizeihubschrauber über sie hinwegflog. „Das ist unsere Polizei“, riefen sie.

Zu der Kundgebung hatte die prospanische Societat Civil Catalana aufgerufen. Deren Vorsitzender Alex Ramos sagte: „Wir haben uns spät organisiert, aber wir sind hier, um zu zeigen, dass die Mehrheit der Katalanen nicht länger schweigt und sich nicht länger zum Schweigen bringen lässt.“

Das Wort von der schweigenden Mehrheit griff auch die Vorsitzende der katalanischen Sektion der Bürgerpartei auf, die ebenfalls für die Einheit Spaniens eintritt. „Heute geht die schweigende Mehrheit der Katalanen erneut auf die Straße, um zu zeigen, dass die Mehrheit der Katalanen sich als katalanisch, spanisch und europäisch empfindet“, sagte Ines Arrimadas. Bei der Wahl im Dezember gehe es darum, eine Mehrheit zu gewinnen „und den Katalanen die Chance zu geben, unsere Zukunft zurück zu gewinnen“.

Der Vorsitzende der prospanischen Oppositionspartei Ciudadanos, Albert Rivera, warf den Separatisten vor, „in einer Parallelwirklichkeit“ zu leben. „Das ist nicht die Zeit, in einer Art Matrix zu leben. Es ist die Zeit, auf die Straße zu gehen und die Wahlurnen zu übernehmen“, sagte er. Bereits vor drei Wochen hatte die Societat Civil Catalana zu einer Demonstration aufgerufen, zu der Hunderttausende kamen.

Puigdemont hatte nach dem Inkrafttreten der Madrider Zwangsmaßnahmen die Katalanen zum friedlichen Widerstand aufgerufen. Der mit ihm von Rajoy abgesetzte Vizepräsident, Oriol Junqueras, schloss am Sonntag nicht aus, dass sich die separatistischen Parteien an der von Madrid angesetzten Neuwahl beteiligen. In einem in der katalanischen Zeitung „El Punt-Avui“ veröffentlichten Offenen Brief schrieb er, die Unabhängigkeitsbewegung müsse „weiter vorwärts gehen ohne jemals auf die Wahlurnen zu verzichten“.

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