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Luftangriffe Diese Waffensysteme setzten die Westmächte gegen Syrien ein

Bei den Luftangriffen gegen Syrien setzten die USA, Frankreich und Großbritannien hochprofessionelle Kriegswaffen ein. Ein Überblick über Systeme und Angriffsorte.

Die von der U.S. Navy zur Verfügung gestellten Bilder zeigen die Zündung einer Rakete des Typs „Tomahawk“ von dem Lenkwaffenkreuzer USS Monterey aus. Die drei Westmächte benutzten bei dem Militärschlag gegen Syrien unterschiedliche Waffensysteme. Quelle: dpa

Berlin/DamaskusDie Angriffe des Westens auf syrische Einrichtungen am Samstag erfolgten mit Marschflugkörpern. Nach US-Angaben sollen es 107 gewesen sein: Das sind knapp doppelt so viele wie beim US-Angriff auf einen syrischen Fliegerhorst im vergangenen Jahr, als 57 Tomahawks eingesetzt wurden. Die Marschflugkörper wurden von Flugzeugen und Schiffen abgefeuert.

USA

Die USA setzten vier vierstrahlige strategische Bomber B-1 ein, die 19 Marschflugkörper JASSM mit gut 370 Kilometern Reichweite abfeuerten. Dazu kam die Kriegsmarine: Vom Roten Meer und vom Persischen Golf feuerten ein Kreuzer, zwei Zerstörer und ein U-Boot mindestens 60 Tomahawks ab. Dieser Standard-Marschflugkörper, der bereits in den Irak-Kriegen 1991 und 2003 zum Einsatz kam, hat eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern.

Frankreich betrieb einen ungewöhnlich großen Aufwand. Die Franzosen setzten von Frankreich aus fünf Jagdbomber des Typs Rafale und vier Mirage-2000 sowie Awacs-Luftaufklärer und Tankflugzeuge ein. Die Kampfflugzeuge feuerten neun Marschflugkörper des gemeinsam mit Großbritannien entwickelten Typs „Scalp“ (englisch: „Storm Shadow“) ab, die eine Reichweite von „über 250 Kilometern“ (angeblich 400 Kilometer) haben. Dazu kam eine Fregatte des neuen französisch-italienischen Typs FREMM, die drei Marschflugkörper „Marine-Scalp“ (MdCN) abfeuerte.

Großbritannien

Die Briten waren mit vier Kampflugzeugen des Typs Tornado (Version GR4) dabei. Diese starteten vom britischen Militärstützpunkt auf Zypern und feuerten acht GPS-gesteuerte Marschflugkörper „Storm Shadow“ (Scalp) ab.

Das Ausmaß der Schäden ist unterdessen objektiv nicht bezifferbar. Während Russland verkünden ließ, dem syrischen Militär sei es gelungen 71 Flugkörper anzufangen, dementierte das Pentagon diese Behauptung. Nach US-Angaben gab es praktisch keine nennenswerte syrische Abwehr, russische Abfangraketen seien nicht eingesetzt worden. Die Syrer hätten erst Abfangraketen abgefeuert, als der Angriff praktisch schon vorbei gewesen sei. Der präzise Militärschlag sei „effektiv“ gewesen, heißt es aus Sicherheitskreisen. Sicher scheint aber, dass vier Ziele getroffen wurden.

Forschungszentrum in Barsah

Dort ist eine Zweigstelle des staatlichen Zentrums für wissenschaftliche Studien und Forschung untergebracht. Das Pentagon sprach von einem Zentrum für die „Erforschung, Entwicklung, Produktion und Erprobung chemischer und biologischer Kriegstechnologie“. Der Leiter des Generalstabs des US-Militärs, Kenneth F. McKenzie, sagte, es sei zerstört worden. Die syrische Armeeführung erkärte, ein Gebäude der Forschungseinrichtung nördlich von Damaskus sei beschädigt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete, es sei zerstört worden und veröffentlichte Fotos der Ruine.

Lagerstätte bei Schien

In dem Depot westlich der Stadt Homs in Zentralsyrien lagerte nach Angaben von US-Generalstabschef Joseph Dunford der chemische Kampfstoff Sarin. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, bei Schien sei auch eine Forschungseinrichtung gewesen. Der Angriff wurde von den USA, Frankreich und Großbritannien ausgeführt; bei dem Angriff auf das Forschungszentrum war Frankreich nicht dabei. Die syrische Armee meldete drei verletzte Zivilisten.

Zweite Lagerstätte

In der Nähe des ersten Lagers wurde nach Darstellung der USA auch ein wichtiger Kommandoposten der syrischen Armee bombardiert. Diesem sei ein Lager für Chemiewaffenausrüstung angeschlossen gewesen. An dieser Bombardierung waren nach Darstellung der USA keine US-Marschflugkörper beteiligt. Das deckt sich mit Angaben aus Kreisen des Pariser Verteidigungsministeriums, dass französische Streitkräfte im Raum Homs eine Lager- und eine Montagestätte für Chemiewaffen angriffen - eine davon gemeinsam mit den USA, eine allein.

Militärflughafen Dumair

Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurde auch der Militärflughafen Dumair östlich von Damaskus angegriffen. Die syrische Luftabwehr habe aber alle zwölf Geschosse abgefangen. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte, dass „Raketen“ abgefangen worden seien und kein Geschoss in Dumair eingeschlagen sei. Die USA erwähnten den Flughafen in ihrer Auflistung der Ziele allerdings nicht.

Von dem Flughafen östlich von Damaskus sollen die Helikopter des Typs Mi-8 Hip gestartet sein, die nach westlichen Angaben den Giftgasangriff in Duma am Samstag vor einer Woche ausführten. Von dem Flugplatz starteten auch die Kampfjets, die in den vergangenen Wochen Ost-Ghuta bombardierten. Bei der Offensive gegen die damalige Rebellenhochburg starben Menschenrechtlern zufolge weit über 1000 Zivilisten.

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