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Malaysia Airlines Diese Rätsel ranken sich um die verschollene Boeing

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Waren die Piloten abgelenkt?

Ein Mitarbeiter der malaysischen Luftwaffe weist mit einem Stock auf eine Karte, die das gigantische Suchgebiet abbildet. Quelle: REUTERS

Auch technisches Versagen wird nicht ausgeschlossen
Die Boeing 777 war nach Angaben von Malaysia Airlines im Hangar in Kuala Lumpur am 23. Februar zuletzt gewartet worden. Mechaniker hätten keinerlei Probleme an der Maschine entdeckt. Der nächste Check sei erst am 19. Juni fällig gewesen. Die Maschine war 2002 ausgeliefert worden und hatte gut 53.000 Flugstunden hinter sich. Die Ermittler schließen technische Probleme dennoch nicht völlig aus.

Waren die Piloten abgelenkt?
Malaysia Airlines sieht sich gezwungen, auf Medienberichte zu reagieren, wonach der junge Co-Pilot bei einem früheren Flug zwei Frauen zu sich ins Cockpit eingeladen und damit gegen Sicherheitsvorschriften verstoßen hatte. Zwei Touristinnen aus Südafrika berichteten einem australischen Sender, dass der 27-Jährige sie auf einem früheren Flug ins Cockpit geholt und dort mit ihnen herumgealbert habe. Die Frauen zeigten Fotos, auf denen der Co-Pilot der Unglücksmaschine und ein weiterer Malaysia-Airlines-Pilot mit den beiden Blondinen posieren. Auf anderen Fotos tragen die Frauen die Pilotenmützen. Der Co-Pilot habe geflirtet und geraucht. Man nehme die Vorwürfe sehr ernst und habe eine interne Überprüfung eingeleitet, teilte das Unternehmen mit. Spekuliert wird, ob die Piloten wieder unaufmerksam waren und so einen Absturz verschuldeten.

Malaysias Verteidigungsminister Hishammuddin Hussein rechtfertigte sich gegen Kritik an dem Vorgehen der Behörden. Quelle: REUTERS

Warum ist die Lage so chaotisch?
Widersprüchliche Meldungen über Funde und mögliche Flugrouten haben in den vergangenen Tagen für Verwirrung gesorgt. So wies etwa der Chef der Luftwaffe am 12. März Zeitungsberichte zurück, wonach er gesagt habe, dass die Maschine von einem Militärradar in der Straße von Malakka erfasst worden sei. Zudem ist das Suchgebiet nach einem möglichen Absturzort extrem groß. Malaysias Verteidigungsminister Hishammuddin Hussein sprach von einem noch nie dagewesenen Fall und einer komplizierten Suchaktion, die mehrere Staaten sowie 43 Schiffe und 39 Flugzeuge auf einem Seegebiet von fast 93.000 Quadratkilometern umfasse - das entspricht etwa der Fläche Ungarns. Flug MH370 ist nicht der erste Vorfall, der daran erinnert, wie groß die Weltmeere sind und wie schwer es sein kann, etwas Verlorenes darin zu finden. Zwei Jahre dauerte es beispielsweise, bis das Wrack der 2009 in den Atlantik nahe Brasilien gestürzten Air France gefunden wurde.

Noch immer keine Spur vom Flug MH 370


Der Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt geht davon aus, dass die Suche nach dem verschollenen Flugzeug in Südostasien noch Wochen dauert. „Das große Problem besteht darin, dass das vermisste Flugzeug mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit über dem Meer abgestürzt ist. Das heißt: Es liegt unter Wasser. Dort breiten sich aber keine Radiowellen aus“, sagte Großbongardt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Wrack noch gefunden würde, ist nach seiner Einschätzung hoch, es könnte aber noch „drei, vier Wochen dauern“.

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