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Man of the Year Obama ist Person des Jahres 2012

Er hat es wieder geschafft: Das US-Nachrichtenmagazin Time hat Barack Obama erneut zur "Person des Jahres" ernannt. Die Nutzer von Time.com waren in einer vorangegangenen Umfrage zu einem anderem Urteil gekommen.

Frisch vom Volk wiedergewählt und vom US-Magazin Time zur

Ihre Wiederwahl begründete das Time am Mittwoch auf ihrer Webseite mit folgenden Worten: Barack Obama sei der "Architekt eines neuen Amerikas". Das Land sei derzeit von "historischen kulturellen und demografischen Veränderungen" betroffen, so das US-Magazin. Mitten in diesem Umbruch habe es der 51-Jährige US-Präsident mit seiner Wiederwahl geschafft, erneut eine Chance zu erhalten, um das Land zu vereinen und anzuführen.

Angela Merkel ist die „Person des Jahres“
2015: Angela MerkelBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist vom New Yorker „Time“-Magazin als „Person des Jahres“ 2015 ausgezeichnet worden. Die 61-Jährige habe sich im Kampf gegen die Pleite Griechenlands, in der Flüchtlingskrise und nach den Pariser Terrorattacken engagiert, schrieb das Journal zur Begründung am Mittwoch. „Bei Merkel schwang ein anderer Wertekanon - Menschlichkeit, Güte, Toleranz - mit, um zu zeigen, wie die große Stärke Deutschlands zum Retten statt zum Zerstören genutzt werden kann. Es ist selten, einen Anführer bei dem Prozess zuzusehen, eine alte und quälende nationale Identität abzulegen.“ Auf Platz zwei der „Time“-Rangliste folgt der selbst ernannte Kalif der Terrororganisation Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, dahinter die US-Bürgerrechtskampagne „Black Lives Matter“ (schwarze Leben zählen). Merkel ist seit fast 30 Jahren die erste Frau, die mit dem Titel gekürt wird Quelle: dpa
2014: Die Ebola-BekämpferIm Jahr 2014 wurde nicht eine einzelne Person ausgezeichnet, sondern gleich eine ganze Gruppe: Alle Ärzte, Krankenpfleger und sonstigen Unterstützer, die geholfen haben, das tödliche Ebola-Virus zu bekämpfen, wurden vom "Time"-Magazin gekürt. "Sie sind Risiken eingegangen und haben nicht nachgelassen, sie haben Opfer gebracht und (Leben) gerettet", begründete die "Time"-Jury die Entscheidung. Die medizinischen Helfer sind bei der Behandlung von Ebola-Patienten hohen Risiken ausgesetzt: Viele Ärzte und Krankenschwestern steckten sich in Westafrika an, aber auch bei der Behandlung von Ebola-Patienten in den USA und Europa. Das Virus wird durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Quelle: dpa
2013: Papst FranziskusPapst Franziskus wurde im März 2013 für viele völlig unerwartet zum Papst gewählt – und dann noch vom Time-Magazin zur "Person des Jahres". Kaum ein anderer Akteur auf der Weltbühne habe jemals "so schnell so viel Aufmerksamkeit" von allen Seiten erhalten wie das amtierende Oberhaupt der katholischen Kirche, begründete das US-Magazin seine Wahl. Der Südamerikaner versucht mit seinen ernst gemeinten Reformvorschlägen, die katholische Kirche inhaltlich und strukturell zu erneuern. Papst Franziskus gilt als ehemaliger Pförtner, Türsteher, Techniker und Literaturlehrer als sehr bodenständig und menschennah. Quelle: dpa
2012: Barack ObamaNach 2008, als Obama als erster schwarzer Präsident ins Weiße Haus einzog, wurde Obama auch in diesem Jahr zur „Person of the Year“ gewählt. Die USA seien derzeit von „historischen kulturellen und demografischen Veränderungen“ betroffen, schrieb die Zeitschrift auf ihrer Internetseite. Obama sei dabei „der Architekt dieses neuen Amerikas“. Dem 51-Jährigen sei es gelungen, aus einer Schwäche eine Chance zu machen.Dass ein Präsident zweimal zur „Person des Jahres“ gewählt wird, ist nichts ungewöhnliches. In der Vergangenheit wurden alle Präsidenten, die im Amt bestätigt worden sind, etwa sein Vorgänger George W. Bush oder Ronald Reagan, dieser Titel zugesprochen. Quelle: Reuters
2011: Der ProtestlerKeine einzelne Persönlichkeit ist im vergangenen Jahr gekürt worden, sondern gleich ein paar Millionen. Das Time-Magazin wählte den Protestler zur Person des Jahres 2011, um vor allem den Demonstranten des Arabischen Frühlings Respekt zu zollen. Diese hätten nicht nur ihre Beschwerden geäußert, sondern die Welt verändert, urteilte das US-Magazin. Quelle: dapd
2010: Mark ZuckerbergWenn ein Einzelner Millionen von Menschen miteinander verbindet, dann hat er eine große Auszeichnung verdient. Deshalb gewann Facebook-Gründer Mark Zuckerberg 2010 den Titel „Person of the Year“. Die Erfindung und Umsetzung eines Systems, das den weltweiten Informationsaustausch revolutioniert, war dem Time-Magazin Begründung genug für ihre Entscheidung. Quelle: Reuters
2009: Ben BernankeNatürlich machte im Jahr der globalen Wirtschaftskrise ein Ökonom das Rennen. Überraschend war jedoch, dass die Wahl auf den stille Ben Benanke, Chef der US-Notenbank, fiel. Sein Name war im Zusammenhang mit der Krise nur selten aufgetaucht. Doch eben dies, veranlasste das Time-Magazin zu seiner Entscheidung: Benanke habe eine ökonomische Katastrophe durch sein taktvolles, leises Agieren verhindert. Quelle: dapd

"Time" hatte Obama bereits 2008 zur "Person des Jahres" gekürt. Im vergangenen Jahr ging dieser Titel an keine Einzelperson, sondern an die Demonstranten des Arabischen Frühlings. Ausschlaggebend für die Ernennung einer Person ist nicht eine inhaltliche Beurteilung seiner Arbeit, sondern lediglich sein Einfluss auf das Weltgeschehen. So gesehen hat Barack Obama die zweifelhafte Ehre auf einer List zu stehen, zu der auch Adolf Hitler (1938) und Josef Stalin (1939) gehören. Time vergibt den Titel "Person of the year" seit 1927.

Was aus Obamas Wahlversprechen wurde
Die Schließung von Guantánamo  Die USA zogen nach den Anschlägen vom 11. September in den „Krieg gegen den Terror“ – und verloren ihren moralischen Kompass. So wurde unter anderem der US-Navy-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba um ein Internierungslager erweitert, indem in Spitzenzeiten mehr als 1000 Insassen festgehalten wurden. Ohne Gerichtsverfahren, ohne ihre Rechte als Kriegsgefangene.  Laut FBI-Bericht wurden Häftlinge und deren Angehörige bedroht, mit Schlafentzug mürbe gemacht und mit Koran-Schändungen provoziert. Und: Waterboarding, eine Verhörmethode, bei der der Eindruck des Ertränkens erzeugt wird, sei regelmäßig angewendet worden, so das FBI.  „Wir werden Guantánamo schließen“, versprach Barack Obama im Wahlkampf 2007/2008. Quelle: dapd
Die Schließung von Guantánamo  Unmittelbar nach seiner Vereidigung zum US-Präsidenten ließ Barack Obama alle laufenden Militärgerichtsverfahren gegen Insassen des kubanischen Lagers für 120 Tage aussetzen, um sie zu überprüfen. Zudem ordnete er die Schließung des Militärgefängnisses auf Guantánamo Bay innerhalb eines Jahres an.  Dazu ist es nie gekommen. Zuerst verweigerte der Senat die Bewilligung von Geldern zur Schließung, anschließend gibt es weder im In- noch im Ausland große Bereitschaft, die Gefangenen aufzunehmen. Noch heute werden mindestens 170 Gefangene auf Guantánamo Bay festgehalten, Obamas Wahlversprechen ist gescheitert. Quelle: AP
Eine Krankenversicherung für alle Amerikaner  Es ist – zumindest aus europäischer Sicht – unvorstellbar, dass noch 2009, zu Beginn von Barack Obamas Amtzeit, 47 Millionen US-Bürger keine Krankenversicherung besitzen. Arztbesuche können sich diese Menschen nicht leisten; immer wieder bieten Ärzte in Stadt- und Turnhallen ehrenamtlich Massen-Untersuchungen an, um eine Grundversorgung zu gewährleisten. Zustände, wie in einem Entwicklungsland.  Barack Obama will das ändern. Er verspricht, sich an eine Gesundheitsreform zu wagen, an der vor ihm bereits sieben Präsidenten gescheitert sind. Eine Krankenversicherung soll keine Ausnahme für Wohlhabende mehr sein. Quelle: dpa
Eine Krankenversicherung für alle Amerikaner  Nach zwei Jahren und unzähligen Verhandlungen gelingt Barack Obama im März 2010 sein größter innenpolitischer Erfolg: Nach dem Senat billigte auch das Repräsentantenhaus mit 219 zu 212 Stimmen seine Gesundheitsreform.  Sie ist im Vergleich zu Obamas Entwurf abgemildert. Aber: 32 Millionen bislang unversicherte Amerikaner werden bis 2013 eine Absicherung im Krankheitsfall bekommen. Damit wären dann 95 Prozent aller US-Bürger krankenversichert. Die Kosten für den Staat belaufen sich nach Schätzungen der unabhängigen Budget-Behörde in den kommenden zehn Jahren auf rund 940 Milliarden Dollar (696 Milliarden Euro). Sie sollen durch Steuererhöhungen von Besserverdienenden größtenteils gedeckt werden. Quelle: Reuters
Beendigung des Irak-KriegsSchon früh lehnte Obama einen Krieg gegen den Irak ab. „Ich weiß, dass eine Invasion im Irak ohne klare Begründung und ohne starke internationale Unterstützung nur die Feuer des Nahen Ostens anfachen wird, die schlechtesten statt der besten Antriebe der arabischen Welt fördern und den Rekrutierungsarm der al-Qaida stärken wird“, sagte der damals noch weitgehend unbekannte Obama 2002 bei einer Antikriegskundgebung. „Ich bin nicht gegen alle Kriege. Ich bin gegen dumme Kriege.“ Für ihn ist im Wahlkampf fünf Jahre später klar: Der (falsche) Irak-Krieg muss beendet werden. Quelle: Reuters
Beendigung des Irak-KriegsIm Februar 2009, Obama ist gut vier Wochen im Amt, kündigt er den Abzug der US-Truppen innerhalb von 18 Monaten an. Noch im Sommer 2009 verlassen die ersten Kampftruppen die irakische Hauptstadt Bagdad, Ende August 2010 ziehen die restliche Truppen ab. Nur noch wenige US-Soldaten sind zum Schutz der Botschaft und zur Ausbildung des Militärs im Land. Quelle: dpa
Bekämpfung der Staatsschulden  Im Wahlkampf 2008 rissen die USA die Schuldengrenze von 10 Billionen US-Dollar. Die beiden Kriege in Afghanistan und im Irak, sowie Steuersenkungen und Konjunkturprogramme hatten die Staatsverschuldung in die Höhe schießen lassen. Obama versprach im Wahlkampf, die Ausgaben stärker zu überwachen und Staatsschulden abzubauen, indem staatliche Einnahmeneinbußen durch Einsparungen in anderen Haushaltsetats ausgeglichen werden. Quelle: dpa

In den vergangenen Wochen hatte das Online-Portal der US-Zeitschrift Time seine User aufgerufen, die Person des Jahres unter vierzig Kandidaten zu wählen. Doch die Nutzer des Online-Forums 4Chan manipulierten die Wahl so, dass Kim Jong Un auf den ersten Platz landete. 4Chan, das als die Wiege des Hackernetzwerks Anonymous gilt, hatte dazu ein Programm gebastelt, mit dem die Stimmen für den jungen nordkoreanischen Diktator in die Höhe getrieben wurden.

Der nordkoreanische Diktatorenspross und seit knapp einem Jahr Anführer der letzten stalinistischen Diktatur der Welt hat es 2012 - eher unfreiwillig - auf so manche Top-Ten-Listen geschafft. Das US-Onlinesatire-Magazin Onion wählte Kim Jong-Un im vergangenen November zum Sexiest Man Alive. Nicht alle Medien nahmen dies als Satirebeitrag wahr - die chinesische Staatszeitung China Daily fiel darauf ein.

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