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Mario Draghi Schweres Erbe für neuen EZB-Chef

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EZB President Mario Draghi Quelle: REUTERS

Draghi, Sohn eines hochrangigen Zentralbankbeamten, ist bestens qualifiziert für den Job. Nach dem Volkswirtschaftsstudium in Rom promovierte er am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT). 1981 wurde er Professor für Volkswirtschaftslehre in Florenz. Drei Jahre später wechselte er als Exekutivdirektor zur Weltbank. Als oberster Beamter im italienischen Schatzministerium bewährte sich Draghi in den Neunzigerjahren im Kampf gegen die Lira-Krise: Er fuhr einen harten Sanierungskurs und startete das größte Privatisierungsprogramm der italienischen Geschichte.

Zweifelhafte Geschäfte

Als Chef der italienischen Notenbank forcierte Draghi sodann die Konsolidierung des Bankensektors und ließ Fusionen mit ausländischen Instituten zu. Im Zuge der Finanzkrise verschärfte er schließlich Kapitalregeln und Aufsicht der Banken. Bei seinem Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und Finanzminister Giulio Tremonti hat er sich mit diesem Kurs nicht gerade beliebt gemacht. Die beiden haben Draghis Bewerbung um den Spitzenjob im Eurotower deshalb nicht unterstützt. Beharrlich fordert er von ihnen Reformen und Schuldenabbau und lobt dafür die Fortschritte in Deutschland. Kein Wunder, dass inzwischen die „Bild“-Zeitung Draghi den Spitznamen „Super Mario“ verpasst hat und er als Stabilitätspolitiker deutscher Prägung gehandelt wird.

Den einzigen Schatten auf die beeindruckende Vita wirft Draghis Vergangenheit bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. Dort verantwortete er das Geschäft mit Staaten. Als herauskam, dass die Bank Griechenland dabei unterstützt hatte, seine desolate Finanzlage zu beschönigen, geriet Draghi unter Beschuss. Zwar konnte ihm eine Beteiligung an den zweifelhaften Geschäften nicht nachgewiesen werden, doch ein Nachgeschmack ist geblieben.

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