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Massenmord in Las Vegas Behörden suchen nach Motiv des Attentäters

Ein 64-Jähriger Rentner schoss auf Hunderte Menschen. Über sein Motiv rätseln die Ermittler. Neue Erkenntnisse erhoffen sie sich von der bislang noch nicht befragten Freundin des Attentäters.

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Der Tatort ist weiträumig abgeriegelt. Quelle: Reuters

Las Vegas/Washington Nach dem Massaker von Las Vegas suchen die Behörden fieberhaft nach dem Motiv des mutmaßlichen Attentäters. Die Polizei erhofft sich nach Angaben vom Dienstag (MESZ) zusätzliche Aufschlüsse von der bislang nicht befragten Freundin des 64-jährigen Stephen Paddock. Die Frau selbst habe allerdings keine Verbindungen zu dem Attentat und habe sich zum Zeitpunkt der Schüsse in Tokio aufgehalten. Sie sollte nach ihrer Rückkehr befragt werden.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler nahm Paddock von einem Hotel in Las Vegas aus minutenlang ein Freiluftgelände unter Feuer, auf dem sich am Sonntagabend etwa 22.000 Menschen zum Abschluss eines Country-Festivals aufhielten. Dabei wurden mindestens 59 Menschen getötet und weitere 527 verletzt. Ein Sprecherin des Universitätsklinik von Las Vegas sagte, wenigstens ein Dutzend Personen seien in kritischem Zustand.

Nach dem Anschlag erschoss sich Paddock. Über seine Beweggründe herrscht Rätselraten. Die Polizei hält ihn für einen Einzeltäter. Nach Angaben des FBI gibt es keine Hinweise auf Verbindungen zu internationalen Terrorgruppen. Vorstrafen lagen keine vor. Paddocks Bruder Eric beschrieb den mutmaßlichen Attentäter als friedlichen Menschen, der keine Kontakte zu politischen oder religiösen Organisationen gehabt habe.

Laut Polizei befanden sich 16 Feuerwaffen im Hotelzimmer, in dem Paddock tot aufgefunden wurde. In Paddocks Haus in Mesquite, eine gute Autostunde von Las Vegas entfernt, seien zudem mindestens 18 weitere Feuerwaffen, Tausende Schuss Munition sowie Sprengsätze entdeckt worden. Darunter seien automatische Waffen und halbautomatische Gewehre, die illegal zu Maschinengewehren umgebaut worden seien. In Paddocks Auto sei Ammoniumnitrat gefunden worden, das in Düngemitteln und Sprengstoffen zum Einsatz kommt.

Mesquite im Bundesstaat Nevada ist eine kleine Wüstenstadt, die bei Golfern und Glücksspielfreunden beliebt ist. Dort lebte Stephen Paddock den Ermittlungen zufolge zurückgezogen in einer Seniorenresidenz in seinem eigenen zweistöckigen Haus. Er galt als passionierter Spieler. "Er war ein wohlhabender Mann. Er spielte gerne Videopoker und mochte Kreuzfahrten", sagte sein Bruder Eric. In seinem Berufsleben führte der mutmaßliche Attentäter eine Nomadenexistenz mit vielen Stationen. Er soll als Gebäudemanager und als Buchhalter gearbeitet haben. Er besaß eine Pilotenlizenz, auf seinen Namen war zumindest ein einmotoriges Flugzeug zugelassen.

Polizeibekannt war Paddocks Vater, zu dem seine Söhne allerdings offenbar keine Verbindung hatten. Patrick Benjamin Paddock war ein Bankräuber. In den 1960er Jahren befand er sich auf der FBI-Liste der meistgesuchten Personen.

Das Attentat von Las Vegas ist das größte Schusswaffen-Massaker in der Geschichte der USA. Es löst dort eine neue Debatte über das Waffenrecht aus. Politiker der oppositionellen Demokraten erneuerten Forderungen nach strengeren Gesetzen. Aus dem Lager der regierenden Republikaner war allerdings keine Unterstützung zu erkennen. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der Kongress eine Verschärfung beschließen wird. Eine Sprecherin von Präsident Donald Trump bezeichnete eine Debatte über das Waffenrecht als verfrüht. Trump will am Mittwoch nach Las Vegas reisen, um Opfer, Angehörige und Ersthelfer zu treffen.

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