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Medienberichte Irakische Regierungsmilizen töteten IS-Gefangene

Eine von der irakischen Regierung unterstützte Miliz hat nach Informationen einer Menschenrechtsorganisation bei der Mossul-Offensive gefangen genommene mutmaßliche IS-Kämpfer getötet.

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Aus diesen Materialien sind Bomben entstanden
Ein „Dingo“-Transportfahrzeug der Bundeswehr wird durch eine improvisierte Bombe „angesprengt“, die in einem geparkten Pkw versteckt war – zum Glück nur eine Vorführung in der Lüneburger Heide. Quelle: Helmut Michelis
Oberst Thorsten Ludwig führt die Abteilung der Bundeswehr, die den Schutz vor Sprengfallen verbessern und die Aufklärung der Täterkreise soll. Quelle: Bundeswehr
Eine Sprengladung in einem Druckkochtopf (bei einem Tag der Offenen Tür in der Augustdorfer Rommel-Kaserne und im Panzermuseum in Munster/Örtze ausgestellt). Quelle: Helmut Michelis
Eine mit rostigen Nägeln gespickte Rohrbombe (bei einem Tag der Offenen Tür in der Augustdorfer Rommel-Kaserne und im Panzermuseum in Munster/Örtze ausgestellt). Quelle: Helmut Michelis
Eine durch ein Handy fernzündbare Sprengfalle (bei einem Tag der Offenen Tür in der Augustdorfer Rommel-Kaserne und im Panzermuseum in Munster/Örtze ausgestellt). Quelle: Helmut Michelis
Eine per Kabel fernzündbare Bombe in einem Kanister (bei einem Tag der Offenen Tür in der Augustdorfer Rommel-Kaserne und im Panzermuseum in Munster/Örtze ausgestellt). Quelle: Helmut Michelis
Eine Sprengstoffweste, die von einem Selbstmordattentäter getragen wird (bei einem Tag der Offenen Tür in der Augustdorfer Rommel-Kaserne und im Panzermuseum in Munster/Örtze ausgestellt). Quelle: Helmut Michelis

Die Hasched-al-Dschabur-Miliz habe im November in einem Dorf nördlich der Stadt Mossul vier zuvor gefangen genommene Männer getötet, heißt es in einem am Sonntag veröffentlichten Bericht von Human Rights Watch. Laut Augenzeugen seien die Männer in Anwesenheit irakischer Sicherheitskräfte ohne Gerichtsverfahren erschossen worden.

Die Miliz Hasched al-Dschabur besteht aus sunnitischen Stammeskämpfern. Sie ist Teil der Volksmobilisierungstruppen, einer Dachorganisation überwiegend schiitischer Milizen, die sich an der Offensive zur Rückeroberung Mossuls von der Terrormiliz Islamischer Staat beteiligen. Sie unterstehen formell der irakischen Regierung, doch wurde ihnen wiederholt Misshandlung von Zivilisten vorgeworfen.

Der irakische Regierungssprecher Saad al-Hadithi sagte, den Behörden sei der Vorfall nicht bekannt. Die Regierung lehne Menschenrechtsverstöße ab und sei bestrebt, jeden vor Gericht zu stellen, der solcher Taten verdächtigt werde.

Die Akteure im Syrien-Konflikt

Der irakische Ministerpräsident Haidar al-Abadi erklärte am Samstag im staatlichen Fernsehen, ihm lägen keine Klagen über die Volksmobilisierungstruppen vor. Den Kampf um Mossul beschrieb er als „sauber“, er komme mit „gutem Tempo“ voran. Seit Beginn der Offensive am 17. Oktober nahmen irakische Truppen einige Viertel der Stadt ein.

In der Vergangenheit beschuldigte Human Rights Watch an der Offensive beteiligte sunnitische Milizen, Jugendliche unter 18 Jahren für den Kampf zu rekrutieren. Die Organisation mit Sitz in New York warf schiitischen Milizen der Volksmobilisierungstruppen zudem Misshandlungen von Zivilisten in überwiegend sunnitischen Orten vor.

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