Mehr brisantes Material "USA sollten flehen, dass Snowden nichts passiert"

Der US-Enthüller Edward Snowden verfügt nach Kenntnis des „Guardian“-Journalisten Glenn Greenwald über weit mehr brisantes Material, als er bisher preisgegeben hat. Er könne den USA so sehr schaden, dass "ihr schlimmster Albtraum wahr wird".

Ein Porträtfoto zeigt den NSA-Whistleblower Edward Snowden. Quelle: dpa

„Snowden besitzt genügend Informationen, um der US-Regierung innerhalb einer Minute mehr Schaden zuzufügen, als es jede andere Person in der Geschichte der USA jemals getan hat“, sagte Greenwald der argentinischen Zeitung „La Nación“.

„Die US-Regierung sollte sich jeden Tag hinknien und flehen, dass Snowden nichts passiert, denn wenn ihm irgendwas zustoßen sollte, würden alle Informationen enthüllt“, sagte Greenwald der Zeitung weiter. „Und diese könnten ihr schlimmster Alptraum werden.“ Greenwald hatte Snowdens Spionage-Dokumente veröffentlicht.

Nach Greenwalds Worten hat Snowden auch detaillierte Informationen darüber, wie der Geheimdienst NSA Lateinamerika ausspäht. Ein Weg sei das Abgreifen von Daten bei einem US-Kommunikationsunternehmen, das Verträge mit den meisten südamerikanischen Ländern habe. Um welches Unternehmen es sich handelt, sagte Greenwald nicht.

Der Journalist hatte vor rund einem Monat das Interview mit Snowden geführt, in dem der Informant die riesigen Überwachungsprogramme der USA enthüllt und damit den Ausspäh- und Datenskandal ins Rollen gebracht hatte.
Der US-Regierung zu schaden, sei nicht Snowdens Anliegen, sagte der in Rio de Janeiro lebende Journalist. „Sein Ziel ist es, die Informationsprogramme aufzudecken, die von Menschen auf der ganzen Welt genutzt werden, ohne zu wissen, dass sie sich damit entblößen und ohne dass sie bewusst zugestimmt haben, ihr Recht auf Privatsphäre aufzugeben.“

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Snowden besitzt nach den Worten von Greenwald eine gewaltige Menge an Dokumenten. Tausende davon habe er auf verschiedene Orte verteilt und so „sichergestellt, dass mehrere Personen weltweit sein Archiv komplett haben“, so Greenwald. Das sei eine Lebensversicherung für den Whistleblower. Sollte ihm etwas zustoßen, würden diese Dokumente veröffentlicht. Für die Vereinigten Staaten wäre dies nach Einschätzung von Greenwald „ihr schlimmster Albtraum“.

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