Michael-Brown-Demo Schüsse bei Gedenkmarsch in Ferguson

In Ferguson erinnern Hunderte an den vor einem Jahr getöteten Schwarzen Michael Brown. Bei Zusammenstößen mit der Polizei fallen Schüsse, mindestens ein Demonstrant wird verletzt.

Ferguson im Ausnahmezustand
Polizisten in Ferguson: Demonstranten wüten in der Stadt, weil eine Jury einen Polizisten, der einen Schwarzen tötete, nicht vor Gericht stellen will. Quelle: dpa
Demonstranten in Ferguson legen sich auf die Straße. Quelle: dpa
Demonstranten in einer Rauchwolke. Quelle: dpa
Eine Frau, die unter einem Tränengasangriff leidet. Quelle: dpa
Ziegelsteine fallen auf Autos. Quelle: dpa
Demonstranten vor dem State House in Boston halten Plakate und Blöcke:
Demonstranten in Chicago. Quelle: AP

Nach dem Gedenken an den vor einem Jahr erschossenen Michael Brown sind in der US-Stadt Ferguson (Missouri) in der Nacht zum Montag mehrere Schüsse gefallen. Dies berichtete die Polizei von St. Louis über den Kurznachrichtendienst Twitter. Einer ihrer Beamten sei unter „heftigen Beschuss“ gekommen, meldete die Polizei und veröffentlichte dazu unter anderem ein Foto, das eine durchschossene Frontscheibe eines Autos zeigte.

Ein Journalist der „New York Times“ berichtete, dass Beamte hinter Fahrzeugen in Deckung gegangen seien. Hubschrauber kreisten über dem Geschehen. Es blieb zunächst unklar, wer die Schüsse abgegeben hatte.

Zuvor war friedlich an den von einem weißen Polizisten erschossenen schwarzen Jugendlichen Michael Brown erinnert worden. Für Montag riefen mehrere Gruppen zu einem Tag des zivilen Ungehorsams auf. Der Tod des unbewaffneten Teenagers am 9. August 2014 hatte Unruhen und Demonstrationen gegen rassistisch motivierte Polizeigewalt ausgelöst.

Brown war unbewaffnet, als er am 9. August 2014 von dem weißen Polizisten erschossen wurde. Es folgten Proteste und teils schwere Unruhen in Ferguson. Kurz vor dem Jahrestag hatte ein weißer US-Polizist erneut einen unbewaffneten Afroamerikaner erschossen. Der „Washington Post“ zufolge gab es seit Browns Tod 24 solcher Fälle.

Der kurz vor dem Jahrestag in Texas getötete Student war nach Polizeiangaben am frühen Freitagmorgen in der Stadt Arlington mit seinem Wagen durch die Scheibe eines Autohauses gefahren. Zwei Beamte seien wegen eines mutmaßlichen Einbruchsdeliktes dorthin geschickt worden. Der 19-Jährige habe Aufforderungen der Beamten, sich zu ergeben, nicht Folge geleistet, zitierte der Sender CNN den Polizeichef von Arlington, Will Johnson. Anschließend sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen, ein Beamter habe viermal geschossen.

Die Familie des getöteten Studenten, seine Universität und sein Footballteam reagierten betroffen und geschockt. Sein Vater sagte, was sein Sohn getan habe, sei nicht richtig gewesen. „Aber warum wurde ein unbewaffneter Mann erschossen? (...) Unbewaffnet, ein 19-Jähriger, und sie erschießen ihn?“

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