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Migration Zahl „illegaler Grenzübertritte“ steigt laut Frontex an

Wegen der Corona-Maßnahmen war der Reiseverkehr nach Europa stark eingeschränkt. Dieses Jahr fliehen wieder mehr Menschen vor Armut und Konflikten.

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Die Grenzübertritte aus Belarus erreichten im Juli einen Höchststand von mehr als 3200. Quelle: imago images/ITAR-TASS

Die Zahl illegaler Einreiseversuche von Migranten nach Europa ist im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Wie Frontex, die EU-Grenzschutzagentur, am Dienstag mitteilte, wurden in den ersten zehn Monaten dieses Jahres 160 000 „illegale Grenzübertritte“ verzeichnet, 70 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2020 und 45 Prozent mehr als 2019. Der größte Anstieg sei an den östlichen Grenzen der EU, in der Balkanregion und an den zentralen Mittelmeerübergängen zu verzeichnen.

Zwischenzeitlich hatten die zur Bekämpfung der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen den Reiseverkehr stark eingeschränkt.

Fast 8000 Menschen - die meisten von ihnen Iraker, Afghanen und Syrer - seien über die östlichen Grenzen der EU eingereist, ein 15-facher Anstieg gegenüber 2020. Die Grenzübertritte aus Belarus erreichten im Juli einen Höchststand von mehr als 3200, gingen aber bis Oktober auf etwas mehr als 600 zurück.

Die Nachbarländer von Belarus hätten verschärfte Grenzkontrollmaßnahmen ergriffen, erklärte Frontex. Dies habe die Menschen davon abgehalten, in großer Zahl über die Grenze zu kommen.

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    Frontex zufolge wurden 48 500 Grenzübertritte auf der „Westbalkanroute“ gemeldet, die viele Migranten zu Fuß durchqueren. Im Oktober wurden mehr als 9000 Einreisen registriert, ein Anstieg von 810 Prozent im Vergleich zu 2019.

    Die Ankünfte über das zentrale Mittelmeer seien ebenfalls angestiegen und hätten im Oktober die Zahl 6240 erreicht, 186 Prozent mehr als 2019. Frontex teilte mit, es sei eine „bedeutende Entwicklung“, dass eine wachsende Zahl von Migranten auf dem Seeweg direkt aus der Türkei nach Italien komme.

    Die meisten starteten in der Regel in Libyen und anderen Teilen Nordafrikas. Es kämen auch mehr Ägypter über das Mittelmeer von Libyen aus an. Unabhängig davon nehme die Migration auf die Insel Zypern zu. Über die westliche Mittelmeerroute zwischen Nordafrika und Spanien seien 16 390 gekommen. Das seien 23 Prozent weniger als 2019.

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