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Militärputsch Armee soll Thailand versöhnen

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Putsch hat schon jetzt wirtschaftliche Folgen

Ein Regierungsgegner tritt auf ein Plakat mit den Bildern des früheren Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra und seiner Schwester Yingluck Shinawatra. Quelle: AP

Wie geht es weiter? Die Regierungsgegner verlangen Reformen, damit einer wie Thaksin nie wieder die Macht erlangen kann. Sie werfen ihm vor, die Stimmen der armen Landbevölkerung mit populären Maßnahmen gekauft zu haben, um sich und seine Gefolgsleute dann im Amt bereichern zu können. Thaksins Lager hält dagegen, dass die Landbevölkerung von den politischen Eliten in Bangkok Jahrzehnte vernachlässigt wurde. Es sei ihr gutes Recht, ihre politische Macht nun an der Wahlurne zu zeigen.

Ohne eine Aussöhnung der Lager geht es nicht. „Thailand ringt seit neun Jahren um eine neue politische Ordnung, die die Bedürfnisse einer modernen Wirtschaft und pluralen Gesellschaft befriedigen kann. Notwendig ist nicht weniger als die Neuverhandlung des Gesellschaftsvertrages“, sagte der Direktor des Thailand-Büros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bangkok, Marc Saxer, schon vor dem Putsch.

Die Landeswährung Baht ist prompt unter Druck geraten. Ein Dollar verteuerte sich in der Spitze um 0,4 Prozent auf 32,60 Baht. Die Aktienbörse hatte bereits geschlossen, als Armeechef Prayuth die Machtübernahme der Militärs verkündete. "Das ist eine ziemliche Überraschung", erklärte Charnyingyong, Stratege beim Brokerhaus Phillip Securities. Für Freitag rechne er mit einem Ausverkauf ausländischer Investoren am Aktienmarkt. Seit der Erklärung des Kriegsrechts am Dienstag haben ausländische Investoren bereits umgerechnet 300 Millionen Euro aus Thailand abgezogen worden. Allerdings gab es auch Börsianer, die kurzfristige positive Reaktionen nicht ausschlossen. Schließlich werde die Unsicherheit reduziert, hieß es. Am Donnerstag hat der Leitindex noch mit einem Plus von 0,2 Prozent geschlossen. Damit hatte er wie viele andere südostasiatische Indizes auch auf chinesische Konjunkturdaten reagiert, die etwas besser als erwartet ausgefallen waren.

Ausland



Auch Auswirkungen auf den Tourismus sind zu erwarten. Jedes Jahr verbringen Hunderttausende Deutsche ihren Urlaub in Thailand. Die Zahl der Bundesbürger, die dauerhaft im Land leben, liegt nach Schätzungen im unteren fünfstelligen Bereich. Die Bundesregierung hat infolge des Putsches allen Besuchern des Landes zu „erhöhter Wachsamkeit“. Bislang verlaufe das öffentliche Leben in der Hauptstadt Bangkok weitgehend normal, doch die Lage könne sich rasch ändern, heißt es in den am Donnerstag aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amtes.

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    Autobauer Honda hat bereits seine Produktion in Thailand wegen der monatelangen Unruhen heruntergefahren. Die politische und wirtschaftliche Lage in dem Land sei seit Anfang des Jahres besorgniserregend, erklärte der japanische Autobauer am Donnerstag. Dies führe auch zu einer Schwäche auf dem größten Automarkt Südostasiens. Honda befürchte, deswegen sein Absatzziel in Thailand von 120.000 Autos in diesem Jahr zu verfehlen. Der Konzern kappte die Produktion in seinem Werk in Ayutthaya um fast die Hälfte und verschob den für April 2015 geplanten Start einer neuen Fabrik um bis zu zwölf Monate.

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