WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Mindestkurs zum Euro Schweiz deckelt den Franken

Seite 3/3

Über eine Kopplung des Franken an den Euro war zuletzt immer wieder spekuliert worden. Dennoch kam der Schritt für viele am Markt überraschend. "Die SNB hat bisher sehr zögerlich agiert und es gab Zweifel, ob sie überhaupt noch mal intervenieren wird", sagt Carolin Hecht, Devisen-Analystin der Commerzbank. Im Nachhinein sei die Strategie aber sehr klug gewählt: "Im Abwärtstrend wäre es sehr schwierig gewesen, den Franken zu pushen. Im aktuellen Umfeld, wo alles an den Märkten auf die EZB-Entscheidung am Donnerstag wartet, war es deutlich leichter, einen Coup zu landen."

Die Nationalbank hatte bereits im August über einen solchen Schritt nachgedacht, nachdem der Franken fast die Parität zum Euro erreicht hatte. Allerdings griffen zunächst die Interventionen der Bank auf dem Devisenmarkt, der Kurs beruhigt sich zunächst. Doch auch in den nächsten Wochen musste die SNB mindestens drei weitere Male massiv intervenieren.

Interventionen am Devisenmarkt verpufften, Exportmargen leiden

Neue Sorgen über Griechenland und die Angst vor einer Rezession in den USA führten jetzt jedoch, dass erneut große Ströme von Fluchtkapital in die Schweiz strömte, der Franken stieg rasch von 1,17 auf 1,10 Euro.

Um eine weitere Aufwertung nachhaltig zu stoppen griff die Notenbank jetzt zu einer für die Schweiz ungewöhnlichen Maßnahme und legte einen Mindestkurs von 1,20 Euro fest. Nach Einschätzung von Beobachtern stehen dahinter auch politische Erwägungen, im Oktober stehen Nationalratswahlen an. Und zuletzt waren die Exporte der Schweizer Unternehmen stark unter Druck geraten: zwar konnte das Exportvolumen im zweiten Quartal noch gehalten werden, doch schrumpften die Gewinnmarken der Exporteure rasch dahin.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
Zur Startseite
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%