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Mohammed Schariatmadari Irans Handelsminister tritt offenbar nach Finanzkrise zurück

Mohammed Schariatmadari ist einer der engsten Vertrauten von Präsident Rohani. Jetzt muss auch er aufgrund der Finanzkrise seinen Posten räumen.

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Der Präsident musste selbst im August den Abgeordneten im Parlament Rede und Antwort stehen. Quelle: dpa

Teheran Wegen der akuten Finanzkrise und des steigenden Drucks auf Präsident Hassan Ruhani ist der iranische Handelsminister zurückgetreten. Nach Angaben der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim am Sonntag hat Mohammed Schariatmadari sein Rücktrittsschreiben bereits bei Ruhani eingereicht. Das Parlament hat die Berichte bestätigt, das Präsidialamt aber noch nicht. Schariatmadari, auch zuständig für Industrie und Mienen, ist einer der engsten Vertrauten Ruhanis.

In den vergangenen Wochen mussten wegen der Wirtschaftskrise bereits die Arbeits- und Wirtschaftsminister sowie der Chef und der Vizechef der Zentralbank das Feld räumen. Ruhani selbst musste im August den Abgeordneten im Parlament Rede und Antwort stehen.

Die Parlamentarier werfen Ruhani und seinem Wirtschaftsteam vor, für den Kurssturz der Landeswährung Rial um mehr als 70 Prozent und somit für die Finanzkrise verantwortlich zu sein. Ruhani weist die Kritik zurück und erklärt die Krise mit dem Ausstieg der USA aus dem Atomdeal und der Verhängung neuer US-Sanktionen.

Für Beobachter ist die Finanzkrise ein gefundenes Fressen für die Hardliner, um Minister zu schassen, den Reformkurs zu schwächen und letztendlich Ruhani zu stürzen. Nach vier Wahlpleiten in den vergangenen fünf Jahren könnten sie dann - auch dank der Anti-Iran-Politik von US-Präsident Donald Trump – erneut an die Macht kommen.

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