Moskau Russischer Oppositionspolitiker Nemzow erschossen

Die russische Opposition ist schwer geschockt und angeschlagen. Der Kritiker von Präsident Putin wird in unmittelbarer Nähe des Kremls erschossen. Mehrere europäische Politiker sind bestürzt.

Oppositionspolitiker Nemzow erschossen Quelle: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über den Mord an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow geäußert. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte am Samstag in Berlin mit, die Kanzlerin fordere Russlands Präsidenten Wladimir Putin auf, „zu gewährleisten, dass der Mord aufgeklärt und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden“. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte, Nemzows Tod mache ihn „traurig und wütend“. Der französische Präsident François Hollande hat den Mord an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow als niederträchtig verurteilt. Der frühere Vize-Ministerpräsident sei ein mutiger und unermüdlicher Verteidiger der Demokratie gewesen, teilte der Élysée-Palast am Samstag mit. Hollande würdigte Nemzow zugleich als erbitterten Kämpfer gegen die Korruption.

Putins Folterwerkzeuge im Sanktionskrieg

Merkel sei „bestürzt über die hinterhältige Ermordung“ des 55-Jährigen, der als einer der schärfsten Kritiker von Kremlchef Putin galt. „Sie würdigt den Mut des ehemaligen stellvertretenden Ministerpräsidenten, der seine Kritik an der Regierungspolitik immer wieder auch öffentlich geäußert hat“, erklärte Seibert. Nemzow war am späten Freitagabend in Moskau in unmittelbarer Nähe des Kremls auf offener Straße erschossen worden, wie die oberste russische Ermittlungsbehörde mitteilte. Putin sprach von einer politischen „Provokation“. Die Bluttat habe alle Anzeichen eines Auftragsmordes, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow.

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Steinmeier erklärte: „So wie viele Menschen in Russland sind auch wir schockiert von der kaltblütigen Ermordung des prominenten Oppositionellen auf offener Straße in Moskau. Unser Mitgefühl gehört seinen Angehörigen und Freunden.“ Nemzow habe sich „gegen Korruption und Willkür“ gestellt - sein Tod sei „ein schwerer Rückschlag für alle, die sich mutig für ein offenes Russland einsetzen. Die Urheber dieses Verbrechens müssen rasch gefasst und in einem transparenten und rechtsstaatlichen Verfahren zur Rechenschaft gezogen werden.“

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