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Nach Brückeneinsturz Salvini gegen Teilverstaatlichung des Autobahnbetreibers Autostrade

Die italienische Regierung wirft dem Autobahnbetreiber Autostrade Sicherheitsmängel vor. Die Verstaatlichung des Autobahnnetzes stößt auf Wiederstand.

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Nach dem verheerenden Brückeneinsturz in Genua verstärken die italienischen Behörden den Druck auf die Betreibergesellschaft. Quelle: dpa

Rom In der italienischen Regierung zeichnet sich Widerstand gegen eine Teilverstaatlichung des Autobahnbetreibers Autostrade per l'Italia ab. Verkehrsminister Danilo Toninelli sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung „La Verita“, er wisse von diesem Vorstoß nichts. Ähnlich habe sich schließlich auch schon das Wirtschaftsministerium geäußert.

Ministerpräsident Giuseppe Conte hält dagegen einem Vertrauten zufolge eine Teilverstaatlichung für „keine schlechte Idee“. Zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen hatten der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch gesagt, die Staatsbank Cassa Depositi e Prestiti (CDP) könnte nach dem Einsturz der Brücke in Genua die Mehrheit an dem Betreiber Autostrade übernehmen.

Wie sehr die Koalition aus der rechten Lega und der populistischen Fünf Sterne-Bewegung mit ihrer Reaktion auf das Unglück mit 43 Toten ringt, zeigte sich auch an den Äußerungen von Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini. Er sei gegen eine Verstaatlichung des landesweiten Autobahnnetzes, sagte er am Donnerstag in einem Radio-Interview. Er könne sich aber eine Mischung aus einem öffentlichen und privaten Management der Straßen vorstellen.

Die Regierung wirft dem Autobahn- und Brückenbetreiber Autostrade Sicherheitsmängel vor. Das Unternehmen, das mehr als die Hälfte aller italienischen Mautstraßen betreibt, gehört zu 88 Prozent der börsennotierten Holding Atlantia, die von derUnternehmerfamilie Benetton beherrscht wird. Gut zwölf Prozent der Anteile an Autostrade liegen bei internationalen Infrastruktur-Investoren, zu denen der deutsche Versicherungsriese Allianz zählt.

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