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Nach Dallas-Attentat Polizeiwachen in den USA auf der Hut

In den USA liegen nach der Gewalteskalation in Dallas die Nerven blank. Polizeiwachen im ganzen Land rüsten sich für mögliche neue Attacken. Obama mahnt zu gegenseitigem Respekt und Verständnis.

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Dallas-Attacke: Polizeiwachen in den USA auf der Hut Quelle: REUTERS

Nach den tödlichen Schüssen auf Beamte in Dallas treibt viele Polizeiwachen in den USA die Sorge vor weiteren Attacken um. Hintergrund sind Drohungen und Gewaltaufrufe gegen Polizisten. In einer Reaktion kündigten Polizeistellen an, Sicherheitsvorkehrungen zu verschärfen. In die emotionsgeladene Debatte nach den jüngsten Fällen von Polizeigewalt gegen Schwarze und der Bluttat von Dallas schaltete sich US-Präsident Barack Obama mit einem Appell an Protestler und Polizisten ein: Beide Seiten müssten mehr Respekt und Verständnis füreinander aufbringen. Er wird diese Woche in Dallas erwartet.

Bei einer Kundgebung gegen Polizeigewalt gegen Schwarze soll Micah Johnson dort am Donnerstag fünf Polizisten erschossen sowie sieben weitere Beamte und zwei Zivilisten verletzt haben. Seine Tat begründete der Ex-Soldat laut der Polizei mit seinem Hass auf Weiße. Schließlich wurde Johnson durch einen mit einem Sprengsatz bestückten Roboter der Polizei getötet.

Am Wochenende kamen weitere Details zu Johnson ans Licht. Dieser habe sich seit langem auf eine Attacke vorbereitet und im Protestmarsch in Dallas eine Gelegenheit zum Zuschlagen gesehen, sagte Bezirksrichter Clay Jenkins am Sonntag in der texanischen Metropole. So habe er angenommen, dass dort viele Polizisten zum Schutz der Teilnehmer vor Ort sein würden. Johnson habe zudem während der Konfrontation mit der Polizei damit gedroht, Sprengfallen zu zünden. Er habe explosives Material in seinem Haus gehabt. Dies deute darauf hin, dass Johnson auf längere Sicht noch mehr Schäden hätte anrichten können, sagte Jenkins.

Auch Dallas' Polizeichef David Brown bestätigte im Gespräch mit dem Sender CNN zuvor, dass Johnson offenbar größere Angriffe geplant hatte. Darauf deuteten Aufzeichnungen in seinem Tagebuch und das in seinem Haus gefundene Bombenbau-Material hin. Rätsel geben den Ermittlern noch die Buchstaben „RB“ auf, die Johnson mit seinem eigenen Blut an die Wand geschrieben habe, bevor er getötet wurde. Zudem versucht die Polizei zurückzuverfolgen, wo er seine Waffen herhatte.

Auslöser der Kundgebung in Dallas, bei der Johnson zuschlug, war der Tod zweier Schwarzer bei Polizeieinsätzen in Baton Rouge in Louisiana und in einem Vorort von St. Paul in Minnesota in den Tagen zuvor. Am Wochenende demonstrierten zahlreiche Demonstranten weiter gegen Polizeigewalt gegen Afroamerikaner, allein St. Paul und Baton Rouge wurden mehr als 200 Menschen festgenommen. Auch aus Atlanta meldete die Polizei neun Festnahmen.

In Louisiana wird gegen einen Mann ermittelt, der ein Online-Video veröffentlicht haben soll, in dem er hinter einem Streifenwagen in seinem Auto sitzt und mit der Erschießung eines Beamten droht. Dazu verweist der Verdächtige auf die jüngste Tötung zweier Afroamerikaner durch Polizeikugeln. In Illinois wurde einer Frau zur Last gelegt, in einem Video damit gedroht zu haben, jeden Beamten zu töten, der sie anhält. Einige Reviere reagierten und ließen Beamte nur noch zu zweit auf die Straße gehen.

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