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Nach dem Aus des Atom-Deals Israel bereitet sich auf iranischen Angriff vor

Nach dem Aus für das Atomabkommen mit dem Iran bereitet sich Israel auf einen iranischen Angriff vor und bombardierte offenbar iranische Einheiten in Syrien.

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Iran: Israel bereitet sich auf iranischen Angriff vor Quelle: AP

Jerusalem, Damaskus Israel rechnet mit einem baldigen Angriff Irans auf seine Nordgrenze und verschärft die Sicherheitsvorkehrungen. Die Armee teilte am Dienstag mit, wegen „ungewöhnlicher Aktivitäten“ iranischer Militäreinheiten auf syrischem Boden sei der Zivilschutz auf den Golan-Höhen angewiesen worden, Schutzbunker für die Zivilbevölkerung zu öffnen.

Zudem wurden zusätzliche Luftabwehr-Batterien in Nordisrael stationiert und einige Reservisteneinheiten mobilisiert. Generalstabschef Gadi Eisenkott sagte einen Auftritt auf einer Sicherheitskonferenz ab und beriet sich stattdessen mit führenden Militärs, Geheimdienstlern und Verteidigungsminister Avigdor Lieberman, wie aus Verteidigungskreisen verlautete.

Syrien meldete unterdessen unmittelbar nach der Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend einen israelischen Raketenangriff nahe der Hauptstadt Damaskus. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete, Raketen seien in Kisweh südlich von Damaskus eingeschlagen. Die syrische Luftabwehr habe zwei israelische Raketen abgeschossen.

Ein Kommandeur der Regierungstruppen sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Israel habe in Kisweh einen Armeestützpunkt angegriffen, ohne dass es Opfer gegeben habe. Israel äußerte sich nicht zu den Berichten.

Israelische Geheimdienste fürchten einen unmittelbar bevorstehenden Vergeltungsangriff des Iran auf Israel für einen Luftangriff, bei dem am 9. April in Syrien sieben iranische Militärangehörige getötet worden waren. Syrien und der Iran machen Israel dafür verantwortlich.

Die israelische Regierung verfolgt seit vielen Jahren eine Politik der gezielten Uneindeutigkeit und äußert sich zumeist nicht dazu, ob sie hinter Angriffen im Nachbarland verantwortlich ist. Der Iran hat Rache für die Luftangriffe angekündigt.

Bei dem Raketenangriff südlich der syrischen Hauptstadt Damaskus sind Aktivisten zufolge am späten Dienstagabend mindestens neun Menschen getötet worden. Diese hätten für die syrische Regierung gekämpft, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Es gebe aber keine Bestätigung, ob die Kämpfer Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden gewesen seien.

Mehr zum gekündigten Iran-Deal

Zuvor hatte Sana gemeldet, die Luftabwehr Syriens habe - ebenfalls südlich von Damaskus - zwei israelische Raketen abgeschossen. Bilder zeigten in der Region Al-Kiswah Feuer. Aus Kreisen der syrischen Opposition hieß es, die Raketen hätten Posten der iranischen Einheiten getroffen.

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, dort seien schwere Explosionen zu hören gewesen. Der Angriff habe einem Lager der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah oder iranischer Truppen gegolten. Es habe schwere Schäden gegeben. Anwohner aus Al-Kiswah berichteten, Rettungswagen seien im Einsatz gewesen.

Die israelische Armee hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Ziele in Syrien angegriffen. Beobachter gehen davon aus, dass sich die Angriffe gegen die Hisbollah richten. Diese wird vom ebenfalls schiitischen Iran unterstützt und kämpft im syrischen Bürgerkrieg an der Seite der Regierungstruppen. Israel will verhindern, dass sich die Hisbollah in Syrien weiter aufrüstet.

Syriens Regierung kritisierte den US-Ausstieg aus dem Iran-Abkommen scharf. Die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump beweise erneut die Maskerade der USA, erklärte das Außenministerium in Damaskus, wie Sana meldete. Die USA hielten sich nicht an internationale Vereinbarungen, seien international isoliert und verstärkten die Spannungen in der Welt.

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