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Nach dem Sieg über den IS USA ziehen Truppen aus dem Irak ab

Nach dem Sieg über den IS beginnen die USA damit, ihre Präsenz im Irak zu verringern. Doch nicht alle Truppen werden das Land sofort verlassen.

Die USA beginnen mit dem Abzug ihrer Truppen aus dem Irak. Quelle: dpa

BagdadDie USA haben nach Angaben der irakischen Regierung damit begonnen, ihre Truppenpräsenz in dem Land zu verringern. „Die Schlacht gegen Daesh ist vorbei und deshalb wird die amerikanische (Militär-)Präsenz reduziert“, bestätigte Regierungssprecher Saad al-Hadithi am Montag der Nachrichtenagentur AP in Bagdad. Daesh ist eine alternative Abkürzung für die Terrormiliz Islamischer Staat.

Al-Hadithi betonte, dass der Abzug noch in einer sehr frühen Phase sei und dass die amerikanischen Truppen nicht vollständig den Irak verlassen würden. Seit 2014 hat die US-geführte Koalition die Regierungstruppen im Kampf gegen den IS unterstützt, der damals weite Teile des Iraks einschließlich der zweitgrößten Stadt Mossul erobert hatte. Im vergangenen Jahr kam die militärische Wende mit der Wiedereroberung Mossuls und der Vertreibung des IS aus fast allen irakischen Gebieten.

Vom Beginn des Truppenabzugs hatte die AP zunächst von westlichen Lieferanten eines Stützpunkts der US-geführten Koalition erfahren. Soldaten, Waffen und Ausrüstung würden von Irak nach Afghanistan gebracht, hieß es. Seit vergangener Woche seien täglich Dutzende Soldaten ausgeflogen worden.

Zwei irakische Beamte sagten der AP, der US-Truppenabzug sei mit der Regierung in Bagdad vereinbart worden. Ein Sprecher der US-geführten Militärkoalition, Oberst Ryan Dillon, sagte der AP: „Die Präsenz der Koalition im Irak wird den Bedingungen angepasst, proportional zum Bedarf und in Koordination mit der irakischen Regierung.“ Ein irakischer Gewährsmann mit engem Kontakt zu Ministerpräsident Haider al-Abadi sagte, 60 Prozent der derzeit im Irak stationierten US-Soldaten würden abgezogen. Die mit Washington geschlossene Vereinbarung sehe den Verbleib von 4.000 US-Soldaten im Irak vor, die irakische Truppen ausbilden sollten.

Ein AP-Reporter auf dem Luftwaffenstützpunkt Al-Assad beobachtete Truppenbewegungen, die zu diesen Angaben passten. Sowohl die Gewährsleute bei den Unternehmen, die den Stützpunkt beliefern, als auch die irakischen Beamten sprachen unter der Bedingung, dass ihre Namen nicht genannt werden. Sie wollten keine Angaben zum genauen Ausmaß des Truppenabzugs machen.

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