Nach der Geiselnahme in Mali Angreifer verschanzen sich im Hotel

In Mali hatten Angreifer in einem Touristenhotel 170 Menschen als Geiseln genommen. Die Geiselnahme ist nun beendet. Es gibt bislang 20 Tote – darunter sind offenbar keine Deutschen.

So soll der Kampf gegen den Terror verschärft werden
Innenminister Quelle: dpa
Eifelturm Quelle: dpa
Italien Quelle: dpa
G20-Vertreter Quelle: dpa
Schweden Quelle: dpa
Belgien reagierte auf den Terror in Paris mit Pass- und Fahrzeugkontrollen an der Grenze zu Frankreich Quelle: dpa
SpanienIn Spanien wurde erwartet, dass an der 656 Kilometer langen Grenze zu Frankreich deutlich mehr Sicherheitskräfte eingesetzt werden. Schon nach Anschlägen in Tunesien und Kuwait hatte Madrid im Juni den Alarm auf die zweithöchste Stufe 4 angehoben. Seitdem gelten für Flughäfen und Bahnhöfe, Atomanlagen und Botschaften verschärfte Schutzmaßnahmen. Quelle: AP
In Russland patrouillieren Polizisten und Soldaten auf Bahnhöfen und in Flughäfen, in Kaufhäusern und Sportstätten. Quelle: dpa
Italienische Polizisten stehen am 28.04.2011 auf dem Petersplatz in Rom. Quelle: dpa
Ein Demonstrant schwenkt am Donnerstag (30.06.2011) vor dem Parlament in Athen eine Griechenlandfahne. Quelle: dpa
Die Schweizer Flagge weht am Donnerstag (04.02.2010) auf dem Dach der Schweizer Botschaft in unmittelbarer Nähe zum Bundeskanzleramt (dahinter) in Berlin. Quelle: dpa
Österreichische Polizisten stehen am 28.10.2015 auf der österreichischen Seite der Grenze zwischen Österreich und Deutschland nahe Wegscheid (Bayern) vor Flüchtlingen. Quelle: dpa
Die Niederlande verschärften Kontrollen an ihren Grenzen sowie auf Fernbahnhöfen und dem Internationalen Flughafen Schiphol bei Amsterdam Quelle: AP
Als einziges nordisches Land reagierte Finnland mit verschärften Sicherheitschecks an Häfen und Flughäfen. Quelle: dpa
Am Grenzübergang Röszke 1 nach Ungarn, der geschlossen ist, stehen am 15.09.2015 ungarische Polizisten neben der Autobahn. Quelle: dpa
In Guben (Brandenburg) gehen die polnische Polizistin Monika Mojsiejonek und der deutsche Polizeihauptkommissar Ingo Barzik am 02.07.2015 gemeinsam auf Streife. Quelle: dpa
Rio de Janeiro Quelle: REUTERS

Bei dem mutmaßlich islamistischen Terrorangriff auf ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako hat es vermutlich keine deutschen Todesopfer gegeben. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte am Freitagabend während eines Besuchs in Sambia: „Nach allem, was wir wissen, sind unter den Toten keine Deutsche.“ Nach neuesten Angaben hielten sich zu Beginn der Geiselnahme vier Bundesbürger in dem Luxushotel „Radisson Blu“ auf. Steinmeier sagte, alle vier hätten das Hotel unversehrt verlassen können.

In den oberen Stockwerken des Hotels halten sich nach Angaben des malischen Sicherheitsministeriums immer noch islamistische Angreifer verschanzt. Zwei Angreifer sind Sicherheitskreisen zufolge getötet worden. Verletzte Zivilisten würden aus dem Hotel gebracht.

Kurz zuvor hatte der malische Innenminister Salif Traoré verkündet, dass die Geiselnahme beendet sei. UN-Soldaten zählten 20 Tote im Hotel. Dies sei nur vorläufig, die Suche gehe weiter, sagt ein UN-Vertreter.
Zwei mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Gruppen haben sich laut Medien zu dem Anschlag auf ein Luxushotel in Malis Hauptstadt Bamako bekannt. Der arabische TV-Kanal Al-Dschasira meldete, er habe eine entsprechende Erklärung erhalten.

Auch die mauretanische Nachrichtenseite Al-Akhbar berichtete, verantwortlich seien die Terrorgruppen Al-Murabitun und Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQIM). In der Erklärung heißt es demnach, Bedingung für die Freilassung der Geiseln in einem Luxushotel sei die Befreiung von Glaubenskämpfern aus Gefängnissen in Bamako.

Anführer von Al-Murabitun war der Topterrorist Mokhtar Belmokhtar. Laut der libyschen Regierung soll er im Sommer bei einem US-Luftangriff getötet worden sein. Beweise dafür konnten die USA aber nicht vorlegen. Belmokhtar war in der Vergangenheit mehrfach für tot erklärt worden, tauchte jedoch immer wieder auf. Er steckt hinter zahlreichen Terrorakten und Geiselnahmen in Nordafrika und Mali.

Es wurden auch zwei Deutsche festgehalten, die aber nach einigen Stunden wieder freikamen. Dies teilte Außenminister Frank-Walter Steinmeier während einer Afrika-Reise in Sambia mit.

Zwei mutmaßlich islamistische Attentäter hatten ein Luxushotel überfallen. 140 von den 170 Geiseln seien Gäste. Zudem hielten die Angreifer auch 30 Angestellte des Radissons in ihrer Gewalt, teilte die Hotelgruppe Rezidor mit. Sicherheitskräfte hatten das Hotel gestürmt.

Das bedeuten die Anschläge in Paris für Deutschland

In Sicherheitskreisen heißt es, die Geiselnehmer hätten sich im siebten Stockwerk des Hotels verschanzt. Augenzeugen berichteten von schweren Feuergefechten im Hotel.

Die EU-Trainingsmission in Mali (EUTM) hatte den Behörden des Landes Hilfe angeboten. Drei Rettungshubschrauber sowie die Kapazitäten des rund 60 Kilometer entfernten Militärhospitals in Koulikoro stünden bereit, um Opfer der Anschläge zu versorgen, sagte am Freitag ein EUTM-Sprecher der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Nach Angaben eines Mitglieds des Hotel-Sicherheitsteams nutzten die Angreifer einen Wagen mit diplomatischen Kennzeichen, um Zugang zum normalerweise sehr gut gesicherten Radisson zu erhalten. Medienberichten zufolge skandierten die Angreifer „Allahu Akbar“ (Gott ist am größten), was den Verdacht eines islamistischen Terroranschlags erhärtete. Es waren Schüsse zu hören. Sicherheitskräfte riegelten das Hotel weiträumig ab. Die US-Botschaft und andere westliche Vertretungen forderten ihre Staatsbürger in Bamako auf, in ihren Häusern zu blieben.

In Mali hatten Islamisten und separatistische Tuareg große Gebiete vor allem im Norden des Landes erobert, bevor sie mit Hilfe französischer Truppen wieder zurückgedrängt worden waren. Derzeit läuft ein internationaler Einsatz zur Ausbildung der malischen Streitkräfte, an dem auch die Bundeswehr beteiligt ist. Die Bundesregierung erwägt derzeit auch, den Einsatz der Bundeswehr auf den unruhigen Norden auszuweiten.

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