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Nach Parkland-Shooting Tausende demonstrieren in Florida für schärfere Waffengesetze

Die Zahl der Amokläufe an US-High Schools steigt weiter - die Waffengesetzgebung bleibt. Nun fordern vor allem junge Menschen einen Wandel.

17 Kreuze gedenken den Todesopfern des Amoklaufs an einer US-Schule in Florida. Nun fordern besonders junge Menschen einen Wandel und demonstrieren. Quelle: dpa

ParklandTausende Menschen haben nach dem Schulmassaker in Florida für schärfere Waffengesetze demonstriert. Unter den Teilnehmern der Kundgebung in Fort Lauderdale waren auch Dutzende Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, wo ein 19-Jähriger am Mittwoch 17 Menschen erschossen hatte.

Eine Demonstrantin, Emma Gonzalez, kritisierte, dass sich Politiker in den USA mit dem Geld der Waffenlobby den Wahlkampf finanzieren lassen. Das müsse aufhören, sagte sie. Das Argument der Waffenbefürworter, dass ein guter Mensch mit einer Waffe böse Menschen mit einer Waffe aufhalten könne und Waffen deshalb nötig seien, sei Blödsinn.

Die Organisatoren des Women's March, einer Anti-Trump- und Frauenrechtsbewegung, riefen für den 14. März zu einem landesweiten Protest auf. Schüler und Lehrer sollten an diesem Tag für 17 Minuten die Klassenräume verlassen. Das Netzwerk für öffentliche Bildung, kündigte für den 20. April Protestaktionen an. An diesem Tag jährt sich der Amoklauf an der Columbine High School, bei dem zwölf Schüler und ein Lehrer getötet wurden.

„Der Fakt, dass wir nicht zur Schule gehen und uns jeden Tag sicher fühlen können, wenn wir uns sicher fühlen sollten, ist das Problem“, sagte Fabiana Corsa, die eine High School in Fort Lauderdale, rund 40 Kilometer von Parkland entfernt, besucht. Dort hielten Demonstranten Schilder mit „#Never Again“ (auf Deutsch „#Nie wieder“) und „Lasst meine Freunde nicht sterben“ in die Höhe. Die Menge rief dazu auf, Politiker, die nicht für eine bessere Waffenkontrolle eintreten, aus dem Amt zu wählen. Zudem wurde gefordert, dass die Waffenorganisation NRA keine Zahlungen mehr an Politiker tätigen darf.

„Wegen dieser Waffengesetze sind Menschen, die ich kenne und die ich liebe, gestorben und ich werde sie nie wieder sehen“, sagte Delaney Tarr, die die High School in Parkland besucht. Laurie Woodward Garcia, Mutter einer 14-Jährigen, sagte, sie habe Zuversicht, dass sich nun endlich etwas ändere. „Wenn es etwas gibt, in dem sich Demokraten, Republikaner und Unabhängige vereinen können, dann sind das unsere Kinder. Es wird passieren“, sagte Woodward.

US-Präsident Donald Trump sprach am Samstag erneut mit Behördenvertretern in Parkland und sicherte ihnen seine Unterstützung zu. Trump habe mit der Bürgermeisterin der Stadt und Zuständigen des Bezirks telefoniert, teilte das Weiße Haus in einer Stellungnahme mit. Die Nation stehe Parkland und den Einwohnern bei, betonte Trump dabei.

Trotz der Proteste plante ein Kandidat für das Parlament im US-Staat Maryland für Samstag eine Wahlkampfveranstaltung, bei der ein AR-15-Sturmgewehr verlost werden sollte. Diese Waffe hatte der 19-Jährige bei seinem Amoklauf benutzt. Der Republikaner und Vize-Sheriff Aaron Penman erklärte, die Veranstaltung werde wie geplant stattfinden. Alle Gewinner der Waffenverlosung würden überprüft, erklärte Penman auf seiner Facebook-Seite.

Eine Absage seiner Wahlkampfveranstaltung sei eine Verletzung des 2. Zusatzartikels der US-Verfassung, der den Besitz und das Tragen von Waffen erlaubt. Penman sprach den Opfern von Parkland jedoch seine tiefe Trauer aus.

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