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Nach Unglück in Brasilien TÜV Süd geht auf Distanz zu eigenen Damm-Kontrollen

Der TÜV Süd zieht Konsequenzen aus dem Dammbruch in Brasilien und nimmt keine Dämme an Vale-Minen mehr ab. Bei dem Erdrutsch starben 169 Menschen.

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Die Tüv-Techniker äußerten vor dem Dammbruch Sorgen vor allem über die Entwässerung des Damms und seine Überwachung. Quelle: action press

Sao Paulo Der TÜV Süd hat nach dem verheerenden Dammbruch in Brasilien Zweifel an den Ergebnissen der eigenen Sicherheits-Überprüfungen beim dortigen Bergwerksbetreiber Vale. Man werde bis auf weiteres keine Dämme an den Abraumhalden der Vale-Minen mehr abnehmen, teilte die Prüforganisation am Dienstag mit. Es gebe eine „erhöhte Unsicherheit", ob das gegenwärtige Prüfsystem des TÜV Süd angemessen sei.

Das Unternehmen hatte den Damm an dem Bergwerk im brasilianischen Brumadinho im August überprüft und für sicher befunden, nur wenige Monate, bevor er brach und mehr als 300 Menschen unter sich begrub. Der TÜV Süd hatte zwei unabhängige Anwaltskanzleien angeheuert, um seine Rolle bei der Katastrophe unter die Lupe zu nehmen.

„Es wäre absolut unakzeptabel für den TÜV Süd, wenn Erklärungen wider besseres Wissen unterzeichnet worden wären", hieß es in der Mitteilung. „Das würde allen Vorschriften und der Philosophie des Unternehmens widersprechen." Nach dem Dammbruch sind 169 Leichen geborgen worden, 141 Menschen werden noch vermisst.

Vale hatte nach der Katastrophe auf die Untersuchung des TÜV Süd verwiesen. In dessen Prüfbericht, der Reuters vorliegt, hieß es zwar, der Damm erfülle die Mindestanforderungen. Die TÜV-Techniker äußerten aber Sorgen vor allem über die Entwässerung des Damms und seine Überwachung. Sie machten 17 Verbesserungsvorschläge, um die Sicherheit rund um den Damm zu erhöhen, unter anderem ein Überwachungssystem, das auch kleinste Bodenbewegungen registriert. Die brasilianischen Behörden hatten zwei Mitarbeiter des TÜV Süd nach dem Dammbruch verhaftet, aber wenig später auf freien Fuß gesetzt.

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