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Nächster Kandidat für Euro-Rettung? Slowenien leidet unter dem Druck der Finanzmärkte

Reformstau, Rezession und Druck an den Finanzmärkten: Slowenien könnte das nächste Land sein, dass unter dem Euro-Rettungsschirm Schutz suchen muss. Der Präsident der Sozialdemokraten fürchtet, dass sein Land den Belastungen nicht mehr lange standhalten kann.

slowenien zentralbank Quelle: REUTERS

Das wirtschaftlich angeschlagene Slowenien steht weiter unter dem Druck der Finanzmärkte. Slowenische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren wurden am Mittwoch mit einer Rendite von knapp unter sechs Prozent gehandelt. Das ist nur etwas weniger als das Ende März erreichte Rekordhoch von 6,31 Prozent.

Zum Vergleich: Zehnjährige deutsche Bundesanleihen, die aufgrund ihrer hohen Sicherheit als Gradmesser gelten, kommen derzeit nur auf eine Rendite von 1,29 Prozent. Die Prämien für sogenannte Kreditausfallversicherungen halten sich für Slowenien ebenfalls in der Nähe ihrer kürzlich erreichten Höchststände. Bei diesen Prämien liegt das Land im Euroraum hinter Zypern und Portugal an dritter Stelle.

Wissenswertes über Slowenien

Slowenien wird nach Zypern als nächster möglicher Kandidat für Finanzhilfen seiner Euro-Partner gesehen. Bei einer Verschlechterung der Marktbedingungen muss das krisengeschüttelte Land womöglich doch unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen. Auf die Frage, ob das Land Finanzhilfen benötigen könnte, sagte am Dienstag Igor Luksic, Präsident der Sozialdemokraten und damit der zweitgrößten Partei in der drei Wochen alten Regierungskoalition in einem Interview: "Es ist immer möglich, aber nicht unsere erste Option. Ich habe Angst vor einem organisierten Druck der Finanzmärkte, dem wir nicht standhalten können".

Slowenien könne ein Rettungspaket vermeiden. "Wir haben zwei Milliarden Euro an Reserven, die freigesetzt werden können", ergänzte er mit Blick auf die Bestände der Zentralbank. Bis September verfüge Slowenien über ausreichende Finanzmittel. Die Regierung wolle so schnell wie möglich Anleihen begeben.

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