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Naher Osten Die Ölmonarchie Saudi-Arabien

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Saudi Arabien: König Abdullah Quelle: REUTERS

Die zentrale Frage für den König ist nun die Regelung seiner Nachfolge. Der nächste Herrscher steht eigentlich fest: Kronprinz Sultan, Verteidigungsminister, Halbbruder Abdullahs und nur wenige Monate jünger. Sultan ist allerdings -mindestens so krank wie der König und nimmt seit Monaten keinen öffentlichen Termin mehr wahr. Auf Sultan könnten über Jahre hinweg uralte Herren folgen: Abdullah und Sultan haben noch 16 Brüder, von denen ungefähr die Hälfte als denkbare Monarchen gehandelt werden. „Wir müssen uns darauf einstellen, viele Jahre lang einen häufigen Wechsel an der Staatsspitze mit vergleichsweise schwachen Herrschern zu erleben“, sagt der Saudi-Arabien-Experte Simon Henderson vom Washington Institute for Near East Policy.

Als möglicher Nachfolger von Abdullah und Sultan ist etwa der 77-jährige Innenminister Naif im Gespräch, der als frömmlerischer und erzkonservativer Gegner von wirtschaftlicher Diversifizierung gilt. Offenbar will Abdullah aber die Machtübernahme dieses Halbbruders verhindern. Um sein Erbe zu sichern, quält er sich zu öffentlichen Auftritten und fördert andere Verwandte als Sultan und Naif, die offiziellen Nummern zwei und drei: Auffällig oft an der Seite des Monarchen geht sein ältester Sohn Miteb, vielleicht kein künftiger König, aber als Kommandant der Nationalgarde vielleicht der wirkliche Königsmacher, wenn es im Königshaus hart zur Sache gehen sollte.

Machtkampf der Prinzen

Die farbigste Figur in der Entourage des alten Königs ist der Multimilliardär al-Walid Ibn Talal, ebenfalls ein Neffe. Sein Vater Talal ist der Einzige aus der riesigen Königsfamilie, der dieses Jahr öffentlich demokratische Reformen gefordert hat. Al-Waleeds Kingdom Holding ließ sich vor wenigen Tagen grünes Licht für das spektakulärste Projekt der wirtschaftlichen Diversifizierung geben: den Bau des Kingdom Tower bei Dschidda, mit 1600 Metern das höchste Gebäude der Welt, fast doppelt so hoch wie der Burj Khalifa in Dubai.

Nachfolge-Favorit westlicher Geschäftsleute ist der halbwegs liberale Prinz Salman, seit 49 Jahren Gouverneur der Hauptstadt Riad. Als Abdullah beim Kulturfestival zum Tanz der Prinzen bat, stürzte sich der Halbbruder des Königs sofort ins Getümmel – mit 71 Jahren.

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