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Nato Russland besorgt wegen möglicher US-Truppenverlegung nach Polen

Donald Trump hat eine Verlegung von US-Truppen nach Polen angekündigt. Litauen begrüßt die Aktion, aber Russland zeigt sich besorgt.

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Litauen begrüßt von die von US-Präsident Trump erwogene Truppenverlegung nach Polen. Quelle: dpa

Vilnius Litauens Verteidigungsminister Raimundas Karoblis hat die von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellte Verlegung zusätzlicher US-Truppen nach Polen begrüßt. „Eine Entsendung nach Polen ist nicht nur gut für Polen, sondern für alle baltischen Staaten“, sagte er nach Angaben der Agentur BNS vom Donnerstag in Vilnius. Dies erhöhte die Sicherheit der gesamten Region.

Trump hatte zuvor am Mittwoch bei einem Treffen mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda in Washington gesagt, es sei geplant, die US-Truppenpräsenz in Polen zu erhöhen. Im Gespräch seien 2.000 zusätzliche US-Soldaten, die aus Deutschland oder von anderen Orten in Europa verlegt werden sollen. Eine abschließende Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Später sprach das Weiße Haus von 1.000 Soldaten.

In Polen sind nach Angaben Dudas derzeit etwa 4.500 US-Soldaten stationiert, die sich oft auch an Militärmanövern im benachbarten Litauen beteiligen. „Wir glauben, dass die Zahl der Truppen, die an den Übungen in Litauen teilnehmen werden, steigen wird. Wir denken, dass es zunehmen wird und dies ist ein direkter Beitrag zu unserer Sicherheit“, sagte Karoblis.

Das an die russische Exklave Kaliningrad (die frühere Nordhälfte Ostpreußens) grenzende Nato-Mitglied Litauen ist – wie seine baltischen Nachbarn Estland und Lettland – wegen der Ukrainekrise um seine Sicherheit besorgt. Russland hat sich besorgt über die mögliche Verstärkung der US-Militärpräsenz in Polen gezeigt. Damit werde die militärische Spannung in Europa angefacht - besonders an der Ostflanke der Nato, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Das Programm trage einen „destabilisierenden und eskalierenden Charakter“. Moskau sieht darin auch einen Schlag gegen die Russland-Nato-Grundakte von 1997.

Darin habe die Allianz darauf verzichtet, auf dem Gebiet neuer Nato-Mitgliedsstaaten dauerhaft weitere bedeutende Streitkräfte zu stationieren, teilte das russische Außenministerium mit. Solche Handlungen würden deshalb eines der letzten verbliebenen Dokumente für die militärische Stabilität in Europa sprengen.

Mehr: Der US-Präsident trennt die EU in gute und schlechte Partner: Den Besuch von Polens Präsident Duda nahm Trump zum Anlass für Attacken gegen Deutschland.

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