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Neue brasilianische Regierung Bolsonaro beflügelt Märkte mit ersten Entscheidungen

Jair Bolsonaro, neuer Präsident von Brasilien Quelle: REUTERS

Die Finanzmärkte reagierten positiv auf den Amtsantritt des neuen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Der Leitindex Ibovespa stieg am Mittwoch um 3,56 Prozent und schloss am Ende bei 91.012 Punkten.

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In Brasilien hat die neue ultrarechte Regierung unter Präsident Jair Bolsonaro mit einer Reihe von firmenfreundlichen Entscheidungen die Märkte beflügelt. An seinem ersten Arbeitstag übergab Bolsonaro am Mittwoch per Dekret die Verantwortung für Land, das von der indianischen Bevölkerung beansprucht wird, an das Landwirtschaftsministerium. Er entmachtete damit die Behörde für indigene Angelegenheiten und schürte Ängste, dass die Interessen der Agrarindustrie künftig über die der Indianer und den Umweltschutz gestellt werden.

Hinzu kamen Entscheidungen zur Privatisierung von Unternehmen, härteren Strafen für Kriminelle und einer nur leichten Anhebung des monatlichen Mindestlohns. Der Aktienindex der Börse in Sao Paulo stieg 3,6 Prozent, die brasilianische Währung kletterte zum Dollar um 2,4 Prozent.

Der frühere Militär-Hauptmann und Nationalist Bolsonaro, der mit frauenverachtenden, rassistischen und homophoben Äußerungen für Empörung gesorgt hat, läutet nach drei Jahrzehnten linksorientierter Regierungen in Brasilien eine neue Ära ein. Investoren hoffen, dass sein Eintreten für freie Märkte Brasiliens Wirtschaft wieder in Schwung bringt. Der neue Wirtschaftsminister Paulo Guedes ein früherer Investmentbanker - will Steuern senken und das kostspielige Sozialsystem überarbeiten.

Was sich mit Präsident Bolsonaro ändern könnte
Vergangene Woche kündigte der frühere Heereshauptmann Bolsonaro an, er werde per Erlass garantieren, dass nicht vorbestrafte Brasilianer Waffen besitzen dürfen. Quelle: AP
Der Besitz von Schusswaffen ist in Brasilien bislang streng reglementiert. Quelle: REUTERS
Bolsonaro hat häufig erklärt, dass Polizisten, die bei Einsätzen Straftäter erschießen, ausgezeichnet werden sollten und nicht strafrechtlich verfolgt. Quelle: REUTERS
Einige Polizeieinheiten, insbesondere in Rio de Janeiro, zählen weltweit zu denen, in denen die meisten Todesopfer zu beklagen sind. Wie Bolsonaro das ändern möchte, hat er nicht erläutert. Quelle: REUTERS
Bolsonaro hat im Wahlkampf angekündigt, Brasilien aus dem Pariser Klimaabkommen zurückzuziehen Quelle: REUTERS
Diese Ankündigungen sind umfassend: Regeln zum Umweltschutz sollen zurückgefahren werden, Bergbau und Landwirtschaft gefördert, die Ausweisung von indigenem Gebiet beendet werden. Quelle: dpa
 Bislang können viele öffentlich Bedienstete bereits mit Anfang 50 in den Ruhestand gehen. Quelle: REUTERS

Bolsonaro, der auch als „Trump Brasiliens“ bezeichnet wird, ist ein bekennender Fan von US-Präsident Donald Trump. US-Außenminister Mike Pompeo, der der Vereidigung Bolsonaros in der Hauptstadt Brasilia beiwohnte, will mit der neuen Regierung enger zusammenarbeiten. „Wir haben die Möglichkeit, gemeinsam gegen autoritäre Regime vorzugehen“, sagte er am Mittwoch nach Gesprächen mit seinem Amtskollegen Ernesto Araujo mit Blick etwa auf Venezuela.

An der Börse legten die Aktien des größten brasilianischen Versorgers Centrais Eletricas Brasileiras um 14,5 Prozent zu, nachdem Energieminister Bento Albuquerque die Teilprivatisierung des Konzerns angekündigt hatte. Noch größer war der Sprung der Aktien des Waffenherstellers Forjas Taurus: Die Papiere legten fast 50 Prozent zu, weil Bolsonaro das Recht auf das Tragen von Waffen liberalisieren will.

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