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Neue Eskalation im Handelskrieg? Trump: plant höhere Umweltstandards für Importautos

Importautos in den USA sollen in Zukunft höhere Umweltstandards erfüllen müssen. Das meldet das WSJ. Dadurch will Donald Trump die heimischen Hersteller entlasten.

Ein 2018er BMW X2 Sport Activity Coupe wird auf der Automesse in Detroit auf Hochglanz poliert. BMW wäre von Einfuhrerschwernissen der USA besonders betroffen. Quelle: Reuters

WashingtonDie US-Regierung erwägt zum Schutz der heimischen Autoindustrie einem Zeitungsbericht zufolge verschärfte Umweltvorschriften für Import-Fahrzeuge. Präsident Donald Trump habe mehrere Regierungsbehörden beauftragt, zu prüfen, inwieweit dazu bestehende gesetzliche Regelungen genutzt werden könnten, berichtete das „Wall Street Journal“ am Freitag. Die Zeitung berief sich auf nicht näher genannte Regierungs- und Industriekreise und nannte keine Details zu dem Vorhaben. Durch verschärfte Auflagen würden sich die importierten Autos im Vergleich zur heimischen Produktion verteuern.
Trump hatte bereits Anfang März europäischen Autobauern wie BMW, Daimler und Volkswagen mit Steuern auf Ausfuhren in die USA gedroht, sollte die EU mit Gegenmaßnahmen auf mögliche US-Schutzzölle für Stahl und Aluminium antworten. Für die deutschen Konzerne ist der US-Markt von großer Bedeutung. Europäische Hersteller fertigen nach Zahlen des Marktforschers Autodata nur rund 30 Prozent ihrer 2017 in den USA verkauften Fahrzeuge in Nordamerika. Dagegen produzieren die japanischen und koreanischen Hersteller 70 Prozent dieser Autos dort. Rund jedes fünfte der 2017 in den USA verkauften 17,2 Millionen Fahrzeuge wurde den Daten zufolge importiert.
Die neue Initiative des Präsidialamts befindet sich dem Zeitungsbericht zufolge noch in der Planung. Unter anderem arbeiteten die Beamten der Umweltbehörde EPA daran, wie eine solche Regelung juristisch wasserdicht gemacht werden könne. Es gebe Hindernisse bei der Umsetzung, unter anderem auch Widerstand innerhalb der Regierung. Trump-Sprecherin Sarah Sanders sagte zu dem Bericht lediglich, der Präsident setze sich für freie, faire und gegenseitige Handelspraktiken ein. Dadurch solle die US-Wirtschaft wachsen sowie Arbeitsplätze und Unternehmen in die USA zurückgebracht werden.
Zwei ranghohe Mitarbeiter von US-Auto-Firmen sagten Reuters, sie gingen davon aus, dass die Idee vergangene Woche von Handelsminister Wilbur Ross im Weißen Haus verbreitet wurde. Die Auto-Firmen hätten aber ein solches Vorgehen weder gefordert noch würden sie sie unterstützen.

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