Neuer US-Finanzminister Jack Lew Lust auf den Höllenjob

Der designierte US-Finanzminister Jacob, „Jack“ Lew gilt als erfahrener Haushaltsmanager – genau so einen braucht Amerika jetzt.

Barack Obama Jack Lew Quelle: REUTERS

Verlässt ein Chef ein Unternehmen in der Krise, ist das die Gelegenheit zum Aufräumen. Dem Ex-Boss lassen sich dann etwa unbeliebte Sparmaßnahmen in die Schuhe schieben, der Nachfolger soll möglichst ein besenreines Haus übernehmen. In der Politik ist es meist umgekehrt. In diesen Tagen hinterlässt der scheidende US-Finanzminister Timothy Geithner seinem designierten Nachfolger, Jacob Lew, einen ziemlichen Scherbenhaufen: Die USA sind mit rund 16 Billionen Dollar hoch verschuldet, das Schuldenlimit ist längst erreicht. Dass die USA überhaupt noch ihre Schulden bedienen können, liegt an kreativer Buchführung. Die Ende 2012 fälligen Milliardenkürzungen im Haushalt hat der Kongress einfach um zwei Monate verschoben.

Lew ist ein knallharter Unterhändler

Die größten Infrastruktur-Mängel in den USA

Lew weiß nur zu gut, auf welchen Höllenjob er sich einlässt. Der 57-Jährige tummelt sich bereits seit 30 Jahren in der Politszene in Washington. Anders als Geithner, der seinen Job als Finanzminister schon vor einem Jahr an den Nagel hängen wollte, ist Lew die Lust am Politikgeschäft offenbar noch nicht vergangen.

Seit 2009 gehört der orthodoxe Jude und Demokrat zum engsten Zirkel um Präsident Barack Obama. Lew gilt in Washington als erfahrener Haushaltsmanager und harter Verhandlungsführer. Das bescheinigen ihm auch Politiker der Opposition. „Lew ist einer, der zu seinen Prinzipien steht, in harten Verhandlungen aber stets höflich und respektvoll bleibt“, sagt der Republikaner Eric Cantor.

Die besten Zitate von Barack Obama
„Wir haben beide Abschlüsse aus Harvard. Ich habe einen, er hat zwei, (...) was für ein Snob.“ (am 28. April vor der Presse über seinen Konkurrenten Romney) Quelle: dapd
„Das ist das Gegenteil von Robin Hood - Romney Hood!“ (US-Präsident Barack Obama am 6. August auf einer Kundgebung in Connecticut zu den Steuerplänen seines Gegners) Quelle: dapd
„Ich werde jeden Morgen aufwachen und hart für euch kämpfen.“ (am 25. Juli auf einer Kundgebung in New Orleans) Quelle: REUTERS
„Für mich ist es wichtig voranzugehen und zu bekräftigen, dass gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit zur Heirat haben sollten.“ (am 9. Mai in einem Interview mit dem Fernsehsender ABC zur Homo-Ehe) Quelle: dapd
„Wir werden unsere Mission abschließen und den Krieg in Afghanistan beenden.“ (am 1. Mai bei einer Visite auf dem US-Stützpunkt Bagram in Afghanistan) Quelle: dapd
„Ich glaube, es wird eng, aber ich denke, wir werden gewinnen.“ (am 30. Juli auf einer Veranstaltung in New York) Quelle: REUTERS
„Dem privaten Sektor geht es gut. (....) Wenn du erfolgreich bist, hat dir jemand dabei geholfen, hat in Straßen und Brücken investiert.“ (am 8. Juni auf einer Pressekonferenz zur Lage auf dem Arbeitsmarkt) Quelle: REUTERS

Eine Selbstverständlichkeit, könnte man meinen, nicht aber in der zwischen den Demokraten und Republikanern immer giftiger werdenden Atmosphäre in Washington. Lews gutes Netzwerk – nicht nur zu den eigenen Leuten, sondern auch zur Opposition – könnte da den einen oder anderen Kompromiss erleichtern. "Er ist ein zurückhaltender Typ, der sich lieber mit politischen Experten als Fernsehkameras umgibt", sagte Obama.

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