Nordamerikanisches Freihandelsabkommen Vorsichtiger Optimismus bei Nafta-Verhandlungen

Die Verhandler Kanadas, Mexikos und der USA haben in Montreal über das Freihandelsabkommen Nafta gesprochen. In den Bereichen Telekommunikation und Gesundheitsschutz sei man weitergekommen. Große Fortschritte blieben aus.

Die Verhandler traten am Montag in Montreal vor die Presse. Quelle: AP

MontrealIn die festgefahrenen Verhandlungen über eine Reform des nordamerikanischen Freihandelsabkommen Nafta kommt etwas Bewegung. „Wir haben endlich damit begonnen, über die Kernthemen zu sprechen, diese Runde war ein Schritt vorwärts“, sagte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer am Montag nach Gesprächen mit der kanadischen Außenministerin Chrystia Freeland und dem mexikanischen Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo. „Aber wir kommen nur sehr langsam voran“, ergänzte Lighthizer.

Auch Freeland äußerte sich vorsichtig optimistisch. Die harten Verhandlungen der drei Staaten trügen langsam Früchte, erklärte sie. Gerade bei Telekommunikation, technischen Handelshürden und Gesundheitsschutz seien gute Fortschritte erzielt worden. Zuvor hatte Kanada eine Reihe von Kompromissvorschlägen vorgelegt, um US-Forderungen entgegenzukommen.

Die bisher erreichten Ergebnisse reichten aus, um die Verhandlungen bald fortzusetzen, sagte auch Mexikos Wirtschaftsminister. „In der nächsten Runde gibt es aber noch erhebliche Herausforderungen, die wir überwinden müssen.“

Die sechste von insgesamt sieben bislang geplanten Verhandlungsrunden hatte in der vergangenen Woche in Montreal begonnen. Angesichts der geringen Fortschritte hatten Beobachter die Befürchtung geäußert, dass die USA die Gespräche abbrechen könnten. Die Verhandlungen sollten ursprünglich bis Ende März abgeschlossen sein. Vertreter der drei beteiligten Länder halten aber nun eine Verlängerung für möglich.

US-Präsident Donald Trump hat sich über die seit 1994 bestehende Vereinbarung immer wieder kritisch geäußert und mit einem Ausstieg gedroht. Das Abkommen benachteiligt seiner Ansicht nach vor allem die heimische Autoindustrie und kostet Arbeitsplätze in den USA.

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