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Nordkorea Atom- und Raketentests gestoppt

Kim Jong Un Quelle: dpa

Ist das die Wende? Nordkorea hat nach eigenen Aussagen die Entwicklung von Atomwaffen abgeschlossen, will gar die entsprechende Testanlage schließen. Die EU und Großbritannien fordern nun die Denuklearisierung.

Vor den geplanten Gipfeltreffen mit Südkorea und den USA hat Nordkorea angekündigt, ab sofort seine Atomwaffen- und Raketentests auszusetzen. Die Atomtestanlage im nördlichen Landesteil werde geschlossen, meldeten staatliche Medien am Samstag. Machthaber Kim Jong Un erklärte laut Nachrichtenagentur KCNA, weitere Erprobungen seien für die Atomwaffen und Interkontinentalraketen nicht mehr nötig. Das Land habe sein Ziel erreicht, Atomwaffen zu entwickeln. Zugleich kündigte das isolierte Land an, es wolle im Dialog mit der internationalen Gemeinschaft Frieden und wirtschaftliches Wachstum erreichen.

US-Präsident Donald Trump sprach auf Twitter von "sehr guten Nachrichten für Nordkorea und die Welt". Es sei ein großer Fortschritt. Er freue sich auf das Gipfeltreffen mit Kim. Dieses ist für Ende Mai oder Juni geplant. Die USA verlangen von Nordkorea eine komplette Aufgabe des Atomprogramms.

Auch China, der einzige größere Verbündete der Regierung in Pjöngjang, reagierte auf die Ankündigung positiv. Dies trage bei, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abzubauen und eine atomare Entwaffnung voranzutreiben, erklärte das Außenministerium in Peking. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sprach von einem positiven Schritt, der nun zur "vollständigen, nachweislichen und unumkehrbaren Denuklearisierung" Nordkoreas führen müsse. Die britische Reagierung äußerte die Hoffnung, dass es zu ernsthaften und vertrauenswürdigen Verhandlungen komme.

Nordkorea verkündet Stopp von Atom- und Raketentests

Südkorea begrüßte die Ankündigung als "bedeutsamen Fortschritt" auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel. Die Testaussetzung werde auch dazu beitragen, ein sehr positives Umfeld für das innerkoreanische Gipfeltreffen zu schaffen. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einem Schritt nach vorn. Wichtig sei aber, dass er zu einer überprüfbaren atomaren Entwaffnung führe. Verteidigungsminister Itsunori Onodera warnte davor, bereits jetzt den Druck auf Nordkorea zu lockern.

Der Abbau der Testanlage im Norden solle das Ende der Atomtests garantieren und transparent machen, hieß es in der KCNA-Meldung. Die Anlage in Pyunggye-ri ist die einzige bekannte derartige Einrichtung. In ihr wurden alle sechs unterirdischen Atomtests unternommen. Kim hatte am Freitag das Zentralkomitee der Arbeiterpartei zu einer Plenarsitzung zusammengerufen. Vornehmliches Ziel der Partei und des gesamten Landes sei jetzt der Aufbau einer sozialistischen Wirtschaft und die spürbare Verbesserung des Lebensstandards der Menschen, hieß es weiter.

Entspannungssignale seit Jahresbeginn

Nach jahrelangen Spannungen wegen des Atomrogramms Nordkoreas hatten sich die Beziehungen des Landes zum Süden und zu den USA in jüngster Vergangenheit verbessert. Den Grundstein dafür legte Kim in seiner Neujahrsansprache, als er erklärte, sein Land sei "eine friedliebende und verantwortungsbewusste Atommacht". Nordkoreas Teilnahme an den Olympischen Winterspielen im Süden sorgte für eine weitere Entspannung. Danach vereinbarten Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae In ein Gipfeltreffen für den 27. April.

Nord- und Südkorea befinden sich formell nach wie vor im Kriegszustand. Der Konflikt von 1950 bis 1953 wurde mit einem Waffenstillstandsabkommen beendet. Einen Friedensvertrag gibt es nicht. Sorgen vor einer militärischen Eskalation wurden in den vergangenen Jahren besonders durch Nordkoreas Raketen- und Atomtests geschürt, an denen die Führung in Pjöngjang trotz UN-Sanktionen festhielt. Im November erprobte der Staat eine Interkontinentalrakete, mit der das Gebiet der USA in Reichweite seiner Atomwaffen gerät. Auf dem Höhepunkt der Spannungen drohten Kim und Trump einander mit Vernichtung.

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