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Nordkorea-Konflikt Südkorea beschlagnahmt wohl erneut Schiff wegen Öl-Handels

Südkorea hält laut einem Bericht seit zehn Tagen ein ausländisches Schiff fest. Die Crew steht im Verdacht, Öl auf ein nordkoreanisches Schiff umgeladen zu haben. Es wäre nicht der erste Verstoß gegen die UN-Resolution.

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Die „Lighthouse Winmore“ liegt derzeit im Hafen der südlichen Stadt Yeosu. Quelle: AP

Berlin/Seoul Südkorea hält nach Medienberichten ein weiteres ausländisches Schiff unter dem Verdacht fest, heimlich Mineralölprodukte auf ein nordkoreanisches Schiff umgeladen zu haben. Eine UN-Resolution verbietet den Handel mit Nordkorea von Schiff zu Schiff. Der Tanker „KOTI“ werde seit dem 21. Dezember im Hafen Peongtaek-Dangjin an der Westküste Südkoreas festgehalten, berichtete die nationale Nachrichtenagentur Yonhap am Sonntag unter Berufung auf die Hafenbehörde. Das Schiff dürfe den Hafen nicht verlassen, solange die Untersuchung andauere.

Zusammen mit dem Geheimdienst werde der Vorfall untersucht, bestätigte das Außenministerium. Weitere Details wurden von offizieller Seite her nicht genannt. Die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, dass das Schiff 5100 Tonnen Öl transportieren kann und die Crew hauptsächlich aus China und Myanmar stamme. Zunächst war unklar, wann und wo die „KOTI“ die Ölprodukte auf ein Schiff aus Nordkorea umgeladen haben soll. Der Tanker sei unter der Flagge Panamas gefahren.

Am Freitag hatte das Außenministerium in Seoul mitgeteilt, dass bereits im November ein unter der Flagge Hongkongs fahrendes Schiff beschlagnahmt und inspiziert worden sei. Im Oktober seien von dem Schiff vermutlich 600 Tonnen Ölprodukte in internationalen Gewässern auf ein Schiff aus Nordkorea umgeladen worden. Die „Lighthouse Winmore“ liegt derzeit im Hafen der südlichen Stadt Yeosu.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hatte die entsprechende Verbotsresolution im September verabschiedet. Das wichtigste UN-Gremium reagierte damit auf den sechsten – und bisher stärksten – Atomtest Nordkoreas wenige Tage zuvor.

US-Präsident Donald Trump warf China am Freitag vor, illegale Öllieferungen nach Nordkorea zu erlauben. China, der einzig verbliebene Verbündete Nordkoreas, wies die Anschuldigung zurück. China habe sich stets genau an die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates gehalten, teilte das chinesische Außenministerium am Sonntag mit.

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