Nordkorea-Konflikt Südkorea und Japan für härtere Sanktionen

Südkorea und Japan wollen China und Russland zu einem Öl-Embargo gegen Nordkorea bewegen. Pjöngjang hält noch immer an seinem Atomprogramm fest. Die USA haben bereits einen Entwurf zum Embargo bei der UN vorgelegt.

Der japanische Ministerpräsident will den russischen Präsidenten Putin und Südkoreas Präsidenten Moon am Donnerstag treffen, um über die Krise mit Nordkorea sprechen. Quelle: dpa

SeoulNach dem sechsten Atomtest durch Nordkorea wollen Südkorea und Japan die Regierungen Chinas und Russlands dazu bewegen, einem Öl-Embargo gegen Pjöngjang zuzustimmen. Mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe sei er sich einig, dass jetzt nicht der Moment sei, einen Dialog mit Nordkorea zu verfolgen, wurde Südkoreas Präsident Moon Jae In am Donnerstag von einem Sprecher zitiert.

„Wir werden uns für mehr Sanktionen und größeren Druck einsetzen“, sagte Moon nach Gesprächen mit Abe am Rande eines regionalen Wirtschaftsforums in Wladiwostok. Damit solle Nordkorea zur Aufgabe seines Atomprogramms gebracht werden. Moon und Abe hätten vereinbart, zusammen auf härtere Sanktionen hinzuwirken, die auch eine Unterbrechung der Öllieferungen an Nordkorea vorsehen. Auch er wolle China und Russland davon zu überzeugen versuchen, sich einer starken Resolution des UN-Sicherheitsrats anzuschließen, wurde Abe zitiert.

Die USA hatten zuvor einen Resolutionsentwurf bei den Vereinten Nationen vorgelegt, die solch ein Öl-Embargo vorsieht. Washington wirft dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un vor, einen Krieg provozieren zu wollen. Nach eigenen Angaben hatte Nordkorea am Sonntag eine Wasserstoffbombe getestet, mit der eine Langstreckenraketen bestückt werden kann.

Peking und Moskau stehen der Wirkung härterer Sanktionen gegen Nordkorea skeptisch gegenüber. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit Moon davor gewarnt, Pjöngjang „in die Ecke zu drängen“. Sanktionen hätten den Konflikt nicht gelöst. Putin wie auch Chinas Staatschef Xi Jinping rufen alle beteiligten Parteien regelmäßig zu einem Dialog auf.

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