Nordkorea Pjöngjang droht den USA mit Gegenschlag

Nordkorea sieht die Verlegung einer Gruppe von US-Flugzeugträgern als neue Stufe der vermeintlichen Invasion - und droht vorab bereits mit Gegenmaßnahmen.

Der nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un will keine US-Kriegsschiffe vor der koreanischen Halbinsel dulden. Quelle: dpa

Nordkorea hat nach der Verlegung einer US-Flugzeugträgergruppe in den Westpazifik mit einem hartem Gegenschlag gedroht, sollte es zu weiteren militärischen Maßnahmen kommen. Man werde die USA gänzlich für die katastrophalen Folgen ihrer ungeheuerlichen Maßnahmen zur Verantwortung ziehen, sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Die USA hatten den Marineverband um den Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ in den Westpazifik verlegt, nachdem er aus Singapur ausgelaufen war. Zu der Flugzeugträgergruppe gehören mehrere Kreuzer und Zerstörer. Sie war am 5. Januar bereits von San Diego in den westlichen Pazifik entsandt worden, um an mehreren Manövern mit der japanischen und südkoreanischen Marine teilzunehmen. Die Gruppe patrouillierte danach auch im Südchinesischen Meer.

Nordkorea schürt mit seinem Raketen- und Atomprogramm seit Jahren die Spannungen in der Region. US-Kriegsschiffe patrouillieren oft in dem Gebiet, auch, um militärische Stärke zu demonstrieren. Nordkorea sieht die jährlichen gemeinsamen Militärmanöver der USA und Südkorea als Probe für eine mögliche Invasion und versucht, mit Raketentests Stärke zu demonstrieren - diese verstoßen jedoch gegen internationale Abkommen.

Die größten Flugzeugträger der Welt
USA: USS Carl VinsonDie Träger der US-amerikanischen Nimitz-Klasse, wie hier die USS Carl Vinson, sind die größten Kriegsschiffe der Welt. Angetrieben von zwei Atomreaktoren und vier Dampfturbinen, haben sie bis zu 6300 Mann Besatzung. Das letzte Schiff dieser Klasse kostete 6,3 Milliarden US-Dollar. Die monatlichen Betriebskosten eines Flugzeugträgers dieser Größe betragen ca. 13 Mio. Dollar. Die Träger dieser Klasse sind zeitlich nahezu unbegrenzt einsetzbar. Die Schiffe sind für eine Nutzungsdauer von rund 50 Jahren ausgelegt. Zehn Schiffe der Nimitz-Klasse bilden die US-amerikanische Flugzeugträgerflotte. Quelle: dpa
Russland: Admiral KusnezowDie Admiral Kusnezow ist der einzige Flugzeugträger der russischen Seekriegsflotte und das zurzeit größte Schiff dieser Bauart, das nicht in den USA gebaut wurde. Es ist das Typschiff der nach ihr benannten Admiral-Kusnezow-Klasse. Vom Stapel lief das Schiff im Jahr 1985, insgesamt ist es 306 Meter lang und 71 Meter breit. Quelle: AP
Indien: VikramadityaDer russische Flugzeugträger “Admiral Gorschkow“ wurde für letztendlich 2,2 Milliarden Euro von Russland an Indien verkauft. Das Schiff wurde in Russland bis 2012 entsprechend den Anforderungen der indischen Marine umgebaut und am 2013 als Vikramaditya in Dienst gestellt. Die Virkamaditya erreichte ihren indischen Heimathafen im Bundesstaat Karnataka im Januar 2014 nach einer sechswöchigen Überfahrt. Das Schiff gehört zur Kiew-Klasse. Die Klasse war bis Mitte der 1990er-Jahre im Dienst der Sowjetunion und der Russischen Föderation. Quelle: dpa
Frankreich: Charles de GaulleDie Charles de Gaulle verfügt als einziger Flugzeugträger außerhalb der US Navy über einen Nuklearantrieb, sie das Flaggschiff der französischen Marine. Der Flugzeugträger ist das größte Schiff der französischen Marine, im Vergleich zu den von den USA eingesetzten Flugzeugträgern allerdings relativ klein. Sie ist 261 Meter lang, knapp 65 Meter breit und 75 Meter hoch. Bestückt ist sie in der Regel mit 40 Flugzeugen. Bei einer Einsatzdauer von sieben Tagen können maximal 100 Flüge pro Tag absolviert werden. Quelle: dpa
Italien: Giuseppe GaribaldiDas Flagschiff der italienischen Maschine heißt Giuseppe Garibaldi. Es wurde 1979 in Auftrag gegeben und sollte vorwiegend zur U-Boot-Jagd dienen. Das Flugdeck ist 173 Meter langen und 28 Meter breit. Der Start der Flugzeuge erfolgt über eine um 6,5 Grad ansteigende vordere Flugdeckrampe. Seit Ende 2012 nimmt die Garibaldi Flugzeuge nur noch auf, wenn der Flugzeugträger Cavour nicht verfügbar ist. Quelle: dpa
China: Liaoning (Admiral-Kusnezow-Klasse)Projekt 1143.5, von der Nato als Admiral-Kusnezow-Klasse bezeichnet, ist eine Klasse von Flugzeugträger der Sowjetischen- und Russischen Marine. Der Träger wurde noch im unfertigen Zustand im Jahr 2000 an China verkauft, und dort nach längerer Ausrüstungs- und Modernisierungsphase zwei Jahre später als Liaoning in Dienst gestellt. Es ist der erste Flugzeugträger der Marine der Volkrepublik. Die Gesamtkosten sollten bei umgerechnet 2,4 Milliarden US-Dollar liegen, wovon die Fertigstellung rund 500 Millionen Dollar kostete. Quelle: dpa
Deutschland: "Graf Zeppelin"Das 1:200-Modell zeigt den einzigen je gebauten deutschen Flugzeugträger “Graf Zeppelin“ im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven. Im Jahr 1938 lief “Graf Zeppelin“ vom Stapel. Das Schiff wurde jedoch nie zu Ende gebaut. Mit Hitlers Befehl vom 26. Januar 1943, sämtliche großen Kriegsschiffe außer Dienst zu stellen, erfolgte am 2. Februar 1943 der Baustopp. Eine Besonderheiten der Graf Zeppelin-Klasse waren die leistungsfähigen Flugzeugkatapulte. Andere Nationen hatten entweder keine Katapulte auf ihren Trägern oder nur solche mit geringer Leistung. Quelle: dpa
Großbritannien: HMS Ocean (L12) Die HMS Ocean (L12) wurde 1998 als erstes Schiff einer neuen Generation von amphibischen Angriffsschiffen für britische Marine in Dienst gestellt. Offiziell gehört sie zu der Klasse der Hubschrauberträger, könnte aber auch als Flugzeugträger für Senkrechtstarter eingesetzt werden. Großbritannien ließ sich die Maschine rund 300 Millionen US-Dollar kosten. Insgesamt bietet der britische Träger Platz für bis zu 22 Hubschrauber. Quelle: dpa
Spanien: Juan Carlos I. Das Flagschiff der spanischen Marine heißt Juan Carlos I. Das Mehrzweckkriegsschiff kann sowohl als Flugzeugträger wie auch als amphibisches Angriffsschiff eingesetzt werden. Das Flugdeck ist 202 m lang und hat einen Ski-Jump am Bug. Auf Juan Carlos gibt es sechs Landeflächen für Flugzeuge, insgesamt passen 20 Maschinen aufs Deck. Mit einer Verdrängung von rund 27.000 Tonnen ist die Juan Carlos I das größte Schiff in der Geschichte der spanischen Armada. Quelle: dpa
Australien: Canberra-KlasseDie Canberra-Klasse ist eine Klasse von zwei Helikopter-Docklandungsschiffen, die von der Royal Australian Navy eingesetzt wird. Die RAN ließ sich die Rümpfe hierfür, basierend auf der Juan Carlos I, aus Spanien liefern. Für den gesamten Bau ließen die Australier drei Milliarden australische Dollar springen. Die “Canberra“ wurde 2014 in Dienst gestellt. Die “HMAS“ Adelaide soll 2016 folgen. Quelle: dpa
Thailand: Chakri NaruebetDie HTMS Chakri Naruebet ist ein Multifunktionsträgerschiff der thailändischen Marine. Der Flugzeugträger wurde von 1994 bis 1997 auf der Bazán-Werft in Spanien gebaut. Das Schiff ähnelt dem spanischen Flugzeugträger Principe de Asturias. Insgesamt ist der Träger jedoch kleiner und verfügt über modernere Kommunikations- und Aufklärungssysteme. Er kann sowohl als Flugzeug- und Hubschrauberträger genutzt werden. Zudem dient die Chakri Naruebet für repräsentative Aufgaben und hat daher Räumlichkeiten für die königliche Familie an Bord. Quelle: dpa

Die Verlegung der Schiffe sei ein Beweis dafür, dass die Pläne einer Invasion der Demokratischen Volksrepublik Korea eine ernste Phase erreichten, hieß es in der Mitteilung des Außenministeriums. Sollten die USA wagen, nach präventiven Attacken oder einer „Entfernung der Hauptquartiere“ zu rufen, sei Nordkorea bereit, in jeder Form zu antworten.

Die Mitteilung aus Nordkorea wurde nur kurz nach der Aussage von US-Außenminister Rex Tillerson veröffentlicht, nach dem der Angriff in Syrien nach einer mutmaßlichen Giftgas-Attacke der Regierung Baschar al-Assads als eine Nachricht an alle Nationen zu verstehen sei, die außerhalb internationaler Vorgaben agierten. Er nannte Nordkorea dabei nicht direkt - der Kontext war jedoch klar.

„Wenn du internationale Abkommen verletzt, wenn du deinen Verpflichtungen nicht nachkommst, wenn du eine Bedrohung für andere bist, kommt irgendwann der Punkt, an dem eine Reaktion darauf erfolgen wird“, sagte Tillerson dem TV-Sender ABC. Der Nationale Sicherheitsberater Trumps, Herbert Raymond McMaster, nannte die Entscheidung, die Flugzeugträgergruppe zu verlegen, wohl überlegt.

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