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Nordkorea Trump: Pompeo baute eine „gute Beziehung“ zu Kim Jong Un auf

Die USA machen einen Anlauf, Nordkorea zur Abrüstung seiner Atomwaffen zu bewegen. Präsident Trump berichtet von Fortschritten.

US-Präsident Donald Trump versucht eine diplomatische Offensive mit Nordkorea. Quelle: AP

US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass der künftige Außenminister und bisherige CIA-Chef Mike Pompeo in Nordkorea war. Auf Twitter schrieb Trump, das Treffen sei reibungslos verlaufen und es sei eine „gute Beziehung“ geschaffen worden. Nun würden die Details eines Gipfeltreffens ausgearbeitet.

Trump fügte hinzu: „Die Denuklarisierung wird eine großartige Sache für die Welt sein und ebenso für Nordkorea.“

Am Dienstag hatte Trump nach einem Treffen mit Japans Regierungschef Shinzo Abe in seinem Domizil Mar-a-Lago in Florida von Gesprächen auf „extrem“ hoher Ebene zwischen den USA und Nordkorea berichtet. Dies führte prompt zu Spekulationen über eine mögliche direkte Unterredung von Trump und Kim. Doch Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders dementierte später.

Beim Treffen mit Abe wollte Trump eine gemeinsame Linie für sein geplantes Treffen mit Kim ausloten. Er sagte Japans Ministerpräsident zu, in Nordkorea entführte Japaner zu thematisieren. Abe hatte die Angelegenheit als eine der „japanischen Top-Prioritäten“ bei einem möglichen Gipfeltreffen bezeichnet. Pjöngjang hat sich zur Entführung von insgesamt 13 Japanern bekannt, Tokio geht von 17 aus. Die USA dürften vermutlich auf die Auslieferung von drei in Nordkorea festgehaltenen Amerikanern drängen.

Mit Blick auf den Standort für ein Treffen sagte Trump, fünf Orte stünden derzeit zur Debatte, aber keiner in den USA. Nach eigenem Bekunden will der US-Präsident in den kommenden zwei Monaten mit Kim zusammenkommen. „Wir haben entweder ein sehr gutes Treffen, oder wir haben kein gutes Treffen. Vielleicht haben wir auch gar keins, je nachdem, wie es läuft. Aber ich denke, wir haben eine großartige Chance, ein Weltproblem zu lösen.“

Es wäre das erste Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea in den seit mehr als 60 Jahren andauernden Spannungen seit dem Koreakrieg von 1950 bis 1953, der ohne Friedensvertrag endete. Zankapfel ist vor allem das Atomwaffenprogramm Pjöngjangs.

Die USA und Nordkorea unterhalten keine formalen diplomatischen Beziehungen, was eine Kontaktaufnahme erschwert. Doch war es nicht das erste Mal, dass ein ranghoher US-Geheimdienstler als Mittelsmann nach Pjöngjang gereist ist. 2014 besuchte der damalige nationale Geheimdienstdirektor James Clapper das Land, um zwei dort inhaftierte Amerikaner heimzuholen.

Bei seiner Senatsanhörung zur Bestätigung als US-Chefdiplomat hatte Pompeo mit Blick auf das geplante Treffen zwischen Trump und Kim die Hoffnungen auf einen Durchbruch im Ringen um das Atomwaffenprogramm Nordkoreas gedämpft. Doch könnte die Zusammenkunft den Boden für ein umfassendes Abkommen zur Denuklearisierung bereiten, sagte Pompeo.

Nordkorea hat sich in den vergangenen Monaten auf Südkorea und die USA zubewegt, nachdem die internationale Gemeinschaft es für mehrere Atom- und Raketentests im vergangenen Jahr mit Sanktionen bestraft hat. Für den 27. April ist ein Treffen von Kim und Südkoreas Präsident Moon Jae In in der demilitarisierten Zone der koreanischen Halbinsel geplant.

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