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Nordkorea verschreckt Börsianer Der Dax taumelt, der Euro hebt ab

Am Dienstag belastete nicht nur der weiter erstarkende Euro die Kurse, der erstmals seit Januar 2015 mehr als 1,20 US-Dollar kostete: Nordkorea feuerte eine Rakete ab, die über Japan hinwegfliegt, die Anleger warten gespannt auf die Reaktion von US-Präsident Donald Trump.

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Nordkorea feuert Rakete ab, die über Japan hinweg fliegt

Aus Sorge vor einer Verschärfung des Nordkorea-Konflikts haben Investoren am Dienstag in hohem Bogen Aktien aus ihren Depots geworfen und sich mit als sicher geltenden Anlagen wie Gold und deutschen Staatsanleihen eingedeckt. Auch der Euro stand hoch im Kurs, nachdem Nordkorea eine Rakete abfeuerte, die über Japan hinweg flog und in den Pazifik stürzte. Die Gemeinschaftswährung knackte erstmals seit Januar 2015 die Marke von 1,20 Dollar. Der Dax rutschte dagegen um zwei Prozent auf 11.885 Punkte ab. Der EuroStoxx50 verlor 1,6 Prozent auf 3368 Zähler.

"An den Märkten wollen alle raus aus dem Risiko, nachdem Pjöngjang die Rakete abgeschossen hat", sagte DZ-Bank-Analyst Rene Albrecht. Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sprach von einer beispiellosen und ernsthaften Bedrohung. "Die Zeit der verbalen Abrüstung scheint erst einmal vorbei zu sein", sagte Fondsmanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partner.

Nun warteten die Märkte gespannt auf die Reaktion von US-Präsident Donald Trump. Trump hatte Nordkorea im Fall weiterer Provokationen mit "Feuer und Zorn" gedroht und Schritte angekündigt, wie sie die Welt noch nie erlebt habe. Anleger deckten sich mit Gold ein, dessen Preis um 1,3 Prozent auf ein Zehn-Monats-Hoch von 1325 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) stieg.

Dagegen flohen Investoren aus der US-Währung. Der Dollar-Index, der den Wert der US-Devise zu anderen wichtigen Währungen misst, rutschte um ein halbes Prozent auf den tiefsten Stand seit Mitte Januar 2015 ab. Der Euro nahm Fahrt auf und kostete mit 1,2069 Dollar so viel wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Auch der japanische Yen, der in Krisenzeiten als sicherer Hafen angesehen wird, zog an.

Der Euro befindet sich schon seit Tagen im Höhenflug, vor allem, weil Anleger mit einer nur moderaten Zinserhöhung in den USA rechnen. Für den Dax ist die Euro-Stärke ein Belastungsfaktor, da eine teure Währung die exportlastigen Unternehmen im Euro-Raum weniger wettbewerbsfähig macht.

Im Dax befanden sich die Aktien von ProSiebenSat.1 im freien Fall und brachen um zeitweise knapp 15 Prozent ein. Der TV-Konzern warnte vor einem schwächeren Geschäft in der Fernsehwerbung und kappte seine Umsatzprognose. Nun soll der Konzern umgebaut und möglicherweise ein externer Partner an Bord geholt werden. Die Titel des Rivalen RTL sackten um 8,8 Prozent ab - auf den tiefsten Stand seit über vier Jahren. Der Wettbewerber Mediaset rutschte an der Börse in Madrid um 5,6 Prozent ab, die britische ITV gab in London 3,4 Prozent nach.

Geschockt reagierten Anleger auch auf die erneute Senkung der Gewinn- und Umsatzprognose des Netzwerkausrüsters Adva Optical. Die im TecDax notierten Aktien gingen in die Knie und verloren 25 Prozent. Händler bezeichneten die zweite Gewinnwarnung innerhalb weniger Wochen als absolutes Desaster.

Lichtblick am deutschen Aktienmarkt waren die Titel des Küchenausrüsters Rational im MDax, dessen Aktien um vier Prozent zulegten. Sie erklommen ein Rekordhoch von 548 Euro, nachdem Analysten der Berenberg Bank die Papiere zum Kauf empfahlen und ihr Kursziel deutlich anhoben.

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