Nordkoreas Atomwaffentest USA und Südkorea drohen mit Konsequenzen

Nordkorea provoziert mit der Meldung eines erfolgreichen Atomtests - und muss nun mit einer harten internationalen Reaktion rechnen. Seoul greift bereits zu ersten Strafmaßnahmen.

So reagiert die Welt auf den Atomtest
DeutschlandDie Bundesregierung protestiert mit der Einbestellung des nordkoreanischen Botschafters gegen einen Atomtest der Volksrepublik.
USA verurteilen Nordkoreas Atombombentest Quelle: dpa
Shinzo Abe Quelle: dpa
Südkorea Quelle: dpa
UN-Sicherheitsrat Quelle: dpa
Julie Bishop Quelle: REUTERS
GroßbritannienDie britische Regierung nannte den mutmaßlichen Atomversuch eine Provokation. „Wenn die Berichte über den nordkoreanischen H-Bomben-Test wahr sind, ist das ein schwerer Bruch der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und eine Provokation, die ich ohne Einschränkung verurteilte“, twitterte Außenminister Philip Hammond am Mittwoch von China aus. Quelle: REUTERS

Nach dem von Nordkorea verkündeten Atomtest haben die USA, Südkorea und Japan dem kommunistischen Land mit einer starken internationalen Reaktion gedroht. Dafür werde Washington mit seinen Verbündeten die Zusammenarbeit verstärken, teilte das Weiße Haus nach einem Gespräch zwischen Obama, der südkoreanischen Präsidentin Park Geun Hye und Japans Regierungschef Shinzo Abe mit. Die Regierung in Seoul zog am Donnerstag bereits erste Konsequenzen: Der Zugang zum gemeinsam mit Pjöngjang betriebenen Industriepark Kaesong wurde eingeschränkt.

Am Vortag hatte Nordkorea bekanntgegeben, eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet und sein Nuklearwaffenarsenal damit auf eine neue Stufe gebracht zu haben. Sie diene der Selbstverteidigung und sei das Recht eines souveränen Staates, hieß es im staatlichen Fernsehen. Nordkorea hatte zuletzt im Februar 2013 einen Nukleartest ausgeführt.

Die bisherigen Machthaber Nordkoreas

Die Mitteilung sorgte weltweit für Empörung. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Test scharf und erklärte, es würden neue Sanktionen ausgearbeitet. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte, Nordkorea habe gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates verstoßen. Der Sicherheitsrat trat zu einer Dringlichkeitssitzung zusammen und erklärte anschließend, der Test sei eine fortgesetzte Bedrohung von Frieden und internationaler Sicherheit. Auch die Bundesregierung forderte Nordkorea auf, sich entsprechend der Resolutionen des UN-Sicherheitsrates zu verhalten.

Viele Länder zogen jedoch in Zweifel, dass Nordkorea mit seinem als begrenzt geltenden Nukleararsenal zur Zündung einer Wasserstoffbombe in der Lage war. Der südkoreanische Geheimdienst erklärte, Pjöngjang habe eher eine Atom- als eine Wasserstoffbombe getestet. Darauf deute die relativ geringe Stärke des Erdbebens im Nordosten des Landes hin, das der Test ausgelöst habe, sagte der Abgeordnete Lee Cheol Woo. Die US-Regierung teilte ebenfalls mit, eine erste Analyse der Erderschütterung stimme nicht mit der Mitteilung Nordkoreas über eine H-Bombe überein.

Wasserstoffbomben sind zerstörerischer als Atombomben, jedoch viel schwieriger herzustellen. Nordkorea soll bereits über eine Handvoll Atombomben verfügen und sich seit langem bemühen, Atomsprengköpfe zu bauen, die auf einer Rakete mit einer Reichweite bis zum Festland der USA montiert werden können. Der Westen befürchtet, dass Nordkorea diesem Ziel mit jedem weiteren Atomtest näherkommen könnte.

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US-Präsident Barack Obama stärkte seinen asiatischen Verbündeten angesichts einer möglichen nordkoreanischen Bedrohung den Rücken. In Gesprächen mit Japans Regierungschef Abe und der südkoreanischen Präsidentin Park bekräftigte Obama, dass sich die USA der Sicherheit ihrer Länder verpflichtet fühlen, wie das Weiße Haus erklärte.

Seoul ergriff bereits erste Maßnahmen. Der Industriepark Kaesong sei fortan für Besucher tabu, die nicht direkt mit den Gewerbeaktivitäten dort zu tun hätten, verkündete das Ministerium für Wiedervereinigung. Betroffen sind Kunden, potenzielle Käufer und Dienstleister der 120 südkoreanischen Unternehmen in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong. Für wie viele Menschen genau das Zutrittsverbot gelten würde, war zunächst unklar. Der Industriepark, in dem überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen mit billiger Arbeitskraft aus Nordkorea Waren wie Uhren und Modegüter herstellen, ist das letzte große innerkoreanische Projekt aus der Zeit der Annäherung.

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