Norwegens Finanzminister Nicht eine Krone für die Anteilseigner

Norwegens Finanzminister Sigbjørn Johnsen verweist auf gute Erfahrungen beim Verstaatlichen von Banken in Krisenzeiten.

Sigbjørn Johnsen Quelle: Picture-Alliance/DPA

WirtschaftsWoche: Minister Johnsen, sind Sie froh, dass Sie Ihre Krone und nicht den Euro haben?

Johnsen: Wir sind dennoch besorgt. Wenn der Euro abstürzt, ist Norwegen direkt betroffen, weil 70 Prozent unserer Exporte in die EU gehen.

Wäre es nicht im norwegischen Interesse, bei der Euro-Rettung mitzuwirken?

Wir sind schon über den Internationalen Währungsfonds dabei. Aber wir sind auch bereit, uns direkt und bilateral zu beteiligen. Wenn Irland unser Land um Hilfe bittet, wird sich Norwegen selbstverständlich ein Engagement überlegen. Wir helfen übrigens auch schon Island bei der Bewältigung seiner Bankenkrise.

In der Euro-Zone gibt es unterschiedliche Meinungen über die Art der Hilfe. Deutschland möchte künftig die Banken und andere Gläubiger beteiligen.

Norwegen hatte vor 20 Jahren eine schwere Bankenkrise. Wir haben damals die großen Banken, die faktisch pleite waren, verstaatlicht, während die Anteilseigner keine Krone mehr bekamen. Später haben wir die Institute wieder privatisiert – unter strikten Auflagen.

Was heißt das für die Euro-Krise? Haircut bei kriselnden Anleihen oder gar eine Verstaatlichung unserer Banken?

Das ist Angelegenheit der Euro-Länder. Aber ich sehe die Bedeutung für Deutschlands Streben nach fiskalpolitischer Stabilität.

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