NSA-Skandal Verwirrung um Snowden

Edward Snowden bleibt nach den Worten seines Anwalts vorerst im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo. Gleichzeitig sagte ein Anwalt im russischen Fernsehen, dass Russland derzeit das Endziel sei.

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Entgegen anders lautender Meldungen habe der ehemalige US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden noch keine Dokumente erhalten, die es ihm erlauben würden, den Flughafen zu verlassen, sagte Anwalt Anatoli Kutscherena. Über sein Asylgesuch sei noch nicht entschieden worden. Dem US-Amerikaner seien Fingerabdrücke abgenommen worden, sagte Kutscherena. Er habe seinem Mandanten frische Kleidung sowie russische Literaturklassiker gebracht.

Zuvor hatten sich in den russischen Medien die Hinweise verdichtet, dass Snowden den Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo verlassen darf. Der 30-Jährige habe seine Sachen gepackt und könne in den nächsten Stunden das Gelände verlassen, meldete die Agentur Interfax am Mittwoch unter Berufung auf Sicherheitskreise des Airports.
Snowden habe die entsprechenden Papiere genehmigt bekommen, meldete die Nachrichtagentur RIA am Mittwoch unter Berufung auf einen Insider. Ein Mitarbeiter des Flughafens sagte, ein Anwalt werde dem US-Bürger am Nachmittag die Unterlagen überreichen. Snowdens russischer Anwalt Anatoli Kutscherena sagte der Agentur, dass er unterwegs zu Snowden sei. Demnach hat er ein Schreiben der russischen Migrationsbehörde bei sich, mit dem der von den USA wegen Geheimnisverrats Gesuchte den Flughafen verlassen könnte.

Snowdens Anwalt hatte am Montag erklärt, sein Mandant könne mit den Papieren die Grenzkontrolle passieren und sich dann zunächst in der russischen Hauptstadt niederlassen, bis über einen Asylantrag entschieden sei. Mehrere Staaten in Südamerika haben ihm Asyl angeboten. Snowden hält sich seit etwa vier Wochen im Transitbereich des Flughafens auf. Die USA haben seinen Reisepass für ungültig erklärt und verlangen seine Auslieferung. Er hatte Informationen über amerikanische und britische Abhörprogramme veröffentlicht und damit einen weltweiten Skandal ausgelöst.

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