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Nur geringe Strafzölle US-Regierung enttäuscht Solarworld

Das amerikanische Handelsministerium verhängt nur minimale Strafzölle gegen chinesische Solarfirmen. Damit ist ein von der deutschen Solarworld angetriebener Lobby-Versuch im Ansatz stecken geblieben.

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Solarzellen-Fertigung bei Suntech in China. Quelle: AFP

New York/Düsseldorf Die US-Regierung hat minimale Anti-Subventionszölle für chinesische Solarfirmen verhängt. Hersteller von Solarzellen und -panelen müssen Ausgleichsabgaben von knapp fünf Prozent zahlen, wenn sie ihre Produkte in die USA exportieren wollen, teilte das Handelsministerium gestern in einer vorläufigen Entscheidung mit. Eine Untersuchung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass chinesische Solarfirmen unfaire Subventionen erhalten hätten. Je nach Firma würden die Subventionen eine Höhe von 2,9 bis 4,73 Prozent gemessen am Wert des Produktes betragen, hieß es.

Der Bonner Hersteller Solarworld dürfte die Entscheidung als Enttäuschung wahrnehmen. Die US-Tochter des von Frank Asbeck geführten Unternehmens hat eine Koalition von insgesamt sieben Herstellern angeführt, die in den USA produzieren und deutlich härtere Maßnahmen gefordert hatten. Solarworld hatte im Herbst eine Petition gegen die zunehmenden Billig-Importe aus China eingereicht und wollte Aufschläge von über 100 Prozent sehen. Analysten hatten mit 20 bis 30 Prozent gerechnet.

Solarworld und die anderen sechs Unternehmen hatten argumentiert, dass die Konkurrenz aus China mit günstigen Krediten, Steuergeschenken und subventionierten Rohstoffen unfair von der Regierung des kommunistischen Landes unterstützt werde. Deshalb könnten chinesische Hersteller der weltgrößte Solarzellenhersteller Suntech ihre Produkte deutlich günstiger verkaufen und die amerikanischen Produzenten vom Markt verdrängen.

Die USA haben im vergangenen Jahr Solarzellen und -panele im Wert von 2,8 Milliarden Dollar aus China importiert – mehr als doppelt so viel wie 2010. Viele Firmen, die in den USA produzieren, sind dadurch in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

Die von Solarworld geführte Initiative hat die Branche tief gespalten. Die Unternehmen, die die Zellen nicht herstellen, sondern Solarmodule installieren, warten und reparieren, haben sich gegen Strafzölle ausgesprochen. Sie fürchten, dass dadurch die Preise steigen und die Solarenergie dadurch unattraktiver wird. Im Mai steht eine weitere Entscheidung des Handelsministeriums an. Dann geht es um die Frage, ob zusätzlich Anti-Dumping-Zölle erhoben werden sollen.

Auch in Deutschland bekommt die Solarbranche die harte Konkurrenz aus China zu spüren. Chinesen beherrschen nach Branchenschätzung rund 50 Prozent des deutschen Solarmarktes. Sie unterbieten die deutsche Konkurrenz mit niedrigen Preisen. Ihr Image versuchen sie, durch massive Werbung in der Fußballbundesliga zu verbessern. Für viele deutsche Unternehmen wie Solon und Q-Cells schreiben rote Zahlen und kämpfen ums Überleben. Das liegt aber auch an hausgemachten Problemen. So haben sie in Boomzeiten ihr Kostenmanagement vernachlässigt.

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