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Obama besucht Kuba „Willkommen zurück, Imperium“

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Die Zeit der gegenseitigen Feindschaft ist vorbei

Seit Raúl Castro vor bald zehn Jahren die Macht von seinem kranken Bruder Fidel übernommen hat, hat sich Kuba schneller verändert als das je jemand für möglich  gehalten hätte: Reisefreiheit, wirtschaftliche Selbständigkeit, Internetcafés, ideologische Abrüstung, mehr Freiheiten für die Bevölkerung. Kuba 2006 und Kuba 2016 scheinen zwei verschiedene Länder – vielen Menschen auf der Insel geht der Wechsel dennoch nicht schnell genug.

Das Meisterstück der Raulschen Reformen ist dabei die Annäherung an die USA, die vor 15 Monaten mit der überraschenden Verkündung am 17. Dezember 2014 begann. Kaum ein Kubaner, der dieses Datum nicht im Schlaf aufsagen könnte. Die Diplomatie hat die Demagogie besiegt, Botschaften sind eröffnet, US-Touristen kommen trotz Verbots zu Tausenden, erste vorsichtige Investitionen werden aus den Vereinigten Staaten getätigt. Der Besuch Obamas ist jetzt der vorläufige Höhepunkt der Entspannungspolitik.

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Obamas Besuch sei ohne Zweifel historisch, sagt Michael Shifter, Lateinamerika-Experte beim Thinktank „Interamerican Dialogue“ in Washington: Die Reise sende die Botschaft aus, „dass die Zeiten gegenseitiger Feindschaft vorbei sind“.

Für den Fitnesstrainer Joel und seine Freundin sind das gute Nachrichten: „Ich will das Beste von beiden Systemen“, sagt er. „Wir haben freie und gute Gesundheitsversorgung und auch eine gute Ausbildung. Aber ich bin Anhänger der Konsumgesellschaft.“ – sagt es und prustet los.

Zuletzt hatte übrigens vor 88 Jahren ein Präsident einen Fuß auf kubanischen Boden gesetzt. Calvin Coolidge lief 1928 an Bord der „USS Texas“, einem Erste-Welt-Kriegsschiff, in Havanna ein. Coolidge sprach damals vor der Pan-Amerikanischen-Konferenz auch im Gran Teatro. Aber seine Rede war sicher nicht so spannend wie die von US-Präsident Obama am Dienstag. 

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