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Ökonom Bofinger "Banken beteiligen sich null Prozent an der Griechen-Rettung"

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Die Eurogruppe stellt Quelle: dapd

Sie glauben, dass Griechenland gerettet werden kann?

Ja. Griechenland hat jetzt zunächst einmal Zeit gewonnen. Entscheidend ist nun eine umfassende Strategie für Wachstum und Investitionen, wie sie am Donnerstag auf dem Sondergipfel beschlossen worden ist. Eine Politik des „Gürtel-enger-Schnallens“ ist zu wenig.

Die EZB hat immerzu vor einer Ansteckungsgefahr für die anderen Euro-Länder gewarnt, sollte Griechenland umgeschuldet werden und als selektiv zahlungsunfähig eingestuft werden. Die Ratingagenturen haben diesen Schritt angekündigt. Wie hoch ist die Gefahr auf ein Übergreifen der Krise auf Irland, Portugal und Co.?

Nachdem die privaten Gläubiger so schonend behandelt wurden, denke ich nicht, dass das Risiko eines Vertrauensverlustes arg groß ist. Der Beschluss hat ja gezeigt, dass Banken selbst im Worst-Case-Szenario, wie es die Lage Griechenlands darstellte, nicht zur Kasse gebeten werden.

Wie geht es mit den Krisenländern in der EU, insbesondere mit Italien, weiter?

Auch für Portugal und Irland soll der günstige Zinssatz gelten. Für alle neuen Krisen kann der europäische Rettungsschirm, der EFSF, nun flexibel und schnell reagieren und Geld bereitstellen. Kurzfristig auch einem Land wie Italien. Sollte Italien aber dauerhaft Geld nur für hohe Zinsen erhalten, kann auch der EFSF nicht helfen. Dafür bräuchten wir Eurobonds.

Fazit: Die Krise ist nicht gebannt und die Spekulanten und Banken sind die großen Gewinner des Sondergipfels?

Ja, die Rechnung der Spekulanten ist voll aufgegangen. Zweiter Gewinner sind die Banken und Versicherungen. Sie haben kaum Verluste hinnehmen müssen. Und dann erst folgt Griechenland. Sie haben kaum eine Erleichterung beim Schuldenstand erhalten, aber sie bekommen günstiges Geld – und bis zum Ende des Jahrzehnts eine stabile Finanzierung ihrer Schulden.

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