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Ökonomie-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom "Baut mehr Radwege!"

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Geben Sie uns ein Beispiel?

Schauen Sie nach Freiburg in Deutschland. Dort sind sie sehr aktiv mit dem Bau von Radwegen. Durch den reduzierten Verkehr ergaben sich mehrere positive Effekte auf lokaler Ebene. Die Familien fahren mehr Rad und sind gesünder. Sie geben zudem weniger Geld für Benzin aus. In der Stadt gibt es weniger Verschmutzung. In Kalifornien gibt es Darlehen, mit denen Hausbesitzer für eine bessere Isolierung ihrer Häuser sorgen können.

Das sind sinnvolle Investitionen, die sich langfristig auszahlen. Wenn wir nicht auch lokal und national auf solche positiven Wirkungen achten, dann haben wir die Situation nicht vollständig erfasst. Besteuerung von Energieverbrauch, Begrenzungen von Emissionen, Anreize zum Energiesparen, das sind alles Ansätze, die wir bereits auf lokaler und nationaler Ebene verfolgen sollten.

Was würden Sie US-Präsident Barack Obama für den anstehenden Klimaschutzgipfel in Kopenhagen raten?

Er sollte offen sein für eine große Zahl von Möglichkeiten und Wegen, um voranzukommen. Die USA sollten da nicht hinterherlaufen.

Die USA waren historisch der größte Verursacher von CO2-Emissionen. Was bedeutet das für Obamas Verhandlungsposition in Kopenhagen?

Sie ist schwierig. Aber beim Ausstoß der Emissionen holen insbesondere Indien und China kräftig auf, und auch die Europäer hatten ihren Anteil. Jetzt müssen erst mal alle Beteiligten Emissionen kürzen, dann müssen wir in einem zweiten Schritt zu Vereinbarungen gelangen, dass nicht alles von den westlichen Ländern allein bewältigt werden kann. Wenn wir aber nicht ernsthaft mitmachen, werden auch Länder wie China und Indien keinen Grund dafür sehen, sich einzuschränken. Es geht also auch hier um gegenseitiges Vertrauen.

Ist der von Präsident Obama angestrebte Emissionsrechtehandel, der unter dem Schlagwort Cap and Trade läuft, eine gute Idee?

Das ist einer der Vorschläge, die auf dem Tisch liegen sollten und den man durchdenken müsste. Cap and Trade und verschiedene Möglichkeiten der Besteuerung, für beides gibt es Argumente – positive wie negative, dazu zahlreiche Ansätze auf lokaler Ebene.

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