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Öl-Staaten Warum arabische Staatsfonds so stark sind

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Einigen arabischen Staatsfonds fielen solche Aktionen relativ leicht, während andere eher selber eine finanzielle Milliardenspritze gebraucht hätten. Die Unterschiede sind nicht zufällig: Die Fonds aus den besonders reichen Monarchien mit immer noch gewaltigen Öl- und Gasreserven waren in der Krise vorsichtig und haben dementsprechend kaum verloren oder sogar das Vermögen ihrer Herrscher weiter vermehrt.

Der zukünftige Volkswagen-Großaktionär Qatar Investment Authority (QIA) aus Katar ist dafür ein Beispiel, aber auch die Kuwait Investment Authority (KIA) trotz ihrer hohen Verluste mit Aktien amerikanischer Banken. Am anderen Ende der Skala stehen die diversen Fonds der Herrscherfamilie von Dubai, deren Investitionsgeschäfte eher schlechter liefen als die eines durchschnittlichen deutschen Privatanlegers.

Verluste wurden aufgewogen

Die relativ erfolgreichen Staatsfonds sind zugleich die ältesten und erfahrensten. KIA gibt es seit 1973, den Riesenfonds ADIA aus Abu Dhabi seit 1976 – und beide zehrten von ihren oft kaum weniger lange bestehenden Investitionen.

Die KIA-Verluste bei Daimler in Stuttgart wurden durch das noch viel größere Engagement beim Ölkonzern mehr als aufgewogen. Die Berater des Emirs von Abu Dhabi reicherten das zuvor schon stark diversifizierte ADIA-Portfolio seit 2007 durch gewinnbringende Immobilienkäufe in europäischen und asiatischen Metropolen an, da ließ sich sogar der Verlust von fast 6,8 Milliarden Dollar durch das Engagement beim Finanzriesen Citigroup verschmerzen.

Arabische Staatsfonds schlagen sich gut

Überhaupt schlagen sich die arabischen Staatsfonds in der Krise besser als die weltweit am ehesten vergleichbaren Fonds aus Singapur und China. Nach Berechnung der Monitor-Analysten haben die Fonds vom Golf in der ersten Phase der Weltfinanzkrise bis zum Frühjahr 2008 bei Investitionen in Aktien westlicher Banken 54 Prozent des eingesetzten Kapitals verloren – die Ostasiaten verloren bei entsprechenden Geschäften 77 Prozent. Und außerdem waren die meisten arabischen Fonds klug genug, sich von Bankaktien eher fernzuhalten.

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