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Ohrfeige am Absperrgitter Mann schlägt Frankreichs Präsidenten Macron ins Gesicht

Ein Unbekannter ohrfeigt Emmanuel Macron an einer Absperrung. Zuvor soll er Parolen gerufen haben. Macrons Herausforderer um die Präsidentschaft verurteilen den Angriff.

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Der Präsident war am Dienstag vor weiteren Corona-Lockerungen in das Département Drôme gereist, um mit Gastwirten zu sprechen. Quelle: Via REUTERS

Der französische Präsident Emmanuel Macron ist bei einer Reise in Frankreich von einem Mann körperlich angegriffen worden – ein Video zeigt eine Ohrfeige. Der Élyséepalast bestätigte am Dienstag den Vorfall, sprach aber von einem „versuchten Schlag“.

Die Hintergründe waren zunächst noch unklar. Medienberichten zufolge wurden zwei Menschen festgenommen. Parteiübergreifend verurteilten Politikerinnen und Politiker in Frankreich den Angriff scharf. Die Demokratie sei ins Visier genommen worden, sagte Premierminister Jean Castex.

Macron war in einem am Abend veröffentlichten Interview der Regionalzeitung „Le Dauphiné Libéré“ bemüht, die Wogen zu glätten. „Alles ist gut“, sagte der 43-Jährige. Es habe sich um einen Einzelfall gehandelt. Er habe nach dem Vorfall seinen Besuch fortgesetzt. „Ich habe weitergemacht und ich werde weitermachen. Nichts wird mich aufhalten“, sagte er der Zeitung.

Macron war am Dienstag vor weiteren Corona-Lockerungen in das Département Drôme gereist, um mit Gastwirten zu sprechen. Er besuchte etwa eine Hotelfachschule in Tain-l'Hermitage in der Nähe von Lyon. Draußen standen dabei zahlreiche Menschen hinter einem Absperrgitter, wie Aufnahmen zeigen. Macron ging auf diese zu und streckte seine Hand in Richtung eines Mannes aus. Dieser holte mit seiner Hand aus und traf Macron offenbar mit der Hand im Gesicht.

Der Präsidentenpalast kommentierte den Vorfall nicht weiter, sprach aber auch auf Nachfrage von einem Versuch, den Präsidenten zu schlagen. Der 43-Jährige habe seine Reise schließlich fortgesetzt, teilte der Élysée mit. Medienberichten zufolge soll der Angreifer „Montjoie Saint Denis“ und „Nieder mit der Macronie“ gerufen haben. Montjoie Saint Denis ist laut Medien ein Schlachtruf des früheren Königreichs Frankreich, der heute noch von Royalisten benutzt wird.

Macron wurde seit Beginn seiner Amtszeit Medienberichten zufolge zwar öfter ausgebuht oder verbal angegriffen – nie jedoch körperlich. Zuvor war er aber etwa als Wirtschaftsminister bereits mit Eiern beworfen worden.

Im Jahr 2002 wurde während des französischen Nationalfeiertags am 14. Juli ein Mordanschlag auf den damaligen Präsidenten Jacques Chirac vereitelt. Ein Rechtsradikaler hatte damals versucht, Chirac zu erschießen. Der damalige Präsident Nicolas Sarkozy wurde 2011 von einem Mann tätlich angegriffen.

„Eine demokratische Debatte kann zwar erbittert sein, aber sie kann niemals physische Gewalt tolerieren“, reagierte Rechtspopulistin Marine Le Pen auf den Vorfall. Auch Linksaußen-Politiker Jean-Luc Mélenchon zeigte sich solidarisch mit dem Präsidenten. Beide wollen im kommenden Jahr bei den Präsidentschaftswahlen gegen Macron antreten.

Bei den nun Festgenommenen soll es sich Berichten nach um zwei Männer handeln, wie etwa der Sender Franceinfo berichtete. Einer von ihnen sei mutmaßliche Angreifer. Dem Sender BFM TV zufolge sind die Männer etwa 28 Jahre alt.

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