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Opioid-Krise Trump will Todesstrafe für Drogenhändler einführen

Den Kampf gegen den steigenden Missbrauch von Schmerzmitteln in den USA will der US-Präsident mit größtmöglicher Abschreckung gewinnen.

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In den USA hat es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Todesfälle durch Schmerzmittel und Heroin gegeben. Quelle: AP

Washington US-Präsident Donald Trump voraussichtlich am Montag einen Plan zum Kampf gegen die rasant gestiegene Schmerzmittelsucht vorstellen, der die Todesstrafe für Drogenhändler vorsieht. Das Justizministerium werde dies beantragen, wo es „nach gegenwärtigem Recht angebracht ist“, kündigte der Vorsitzende von Trumps Rat für Innenpolitik, Andrew Bremberg, am Sonntag an.

In welchen Fällen dies konkret sein könnte, sagte er nicht. Das Präsidialamt verwies auf Nachfrage an das Justizministerium. Bremberg zufolge ist außerdem vorgesehen, die Zahl der Verschreibungen für Schmerzmittel auf Opioid-Basis in den kommenden drei Jahren um ein Drittel zu senken.

In den USA hat es in den vergangenen Jahren einen deutlichen Anstieg der Todesfälle durch Schmerzmittel und Heroin gegeben, was in der öffentlichen Diskussion als „Opioid-Krise“ bezeichnet wird. Den Zentren für Seuchenkontrolle (CDC) zufolge starben in diesem Zusammenhang 2016 etwa 42.250 Menschen, eine Rekordzahl und ein Anstieg von 47 Prozent in zwei Jahren.

Trump hatte Anfang des Monats auf einer Veranstaltung vor einer Sonderwahl in Pennsylvania bereits die Todesstrafe für Drogenhändler gefordert. Diese seien für Tausende Todesfälle verantwortlich. „Ich weiß nicht, ob das beliebt ist, ich weiß nicht, ob das unbeliebt ist“, sagte er über den Plan.

Zahlreiche US-Politiker machen die Pharmakonzerne für die Krise mitverantwortlich. Sie werfen den Unternehmen unter anderem irreführende Werbung und Verharmlosung der Risiken von Schmerzmitteln vor. Am Mittwoch verklagte South Dakota als 16. Bundesstaat mehrere Konzerne, darunter eine Tochter von Johnson & Johnson. Das Unternehmen wies die Vorwürfe zurück.

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