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Ostukraine Moskau und Kiew wollen neue Waffenruhe

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Kurs sollte überdacht werden

Der russische Regierungschef Dmitri Medwedew kritisierte das Ende der Feuerpause als „dramatischen Fehler“. Poroschenko habe damit „die persönliche Verantwortung für jedes neue Opfer übernommen“, betonte Medwedew in Moskau. Es werde der Führung in Kiew nun schwerer fallen, wieder Gespräche mit den Separatisten zu führen. „So sind die Gesetze des Krieges“, unterstrich er auf Facebook. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzte auch nach dem Ende der Waffenruhe auf eine politische Lösung. „Wir werden nicht nachlassen, nach einer diplomatischen Lösung zu suchen“, sagte Merkel nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Berlin. „Aber wir sind noch längst nicht dort, wo wir gern sein würden.“

Rasmussen rief die russische Führung um Präsident Wladimir Putin auf, ihren „Kurs zu überdenken“. Russland müsse verloren gegangenes Vertrauen wieder herstellen. „Wir können keine neuen Trennlinien in Europa gebrauchen“, sagte der Nato-Generalsekretär. Vertreter der Aufständischen erklärten sich zu neuen Verhandlungen bereit. „Wir haben bereits auf einige Forderungen verzichtet und stehen für Gespräche über eine Waffenruhe zur Verfügung“, sagte Separatistenanführer Alexander Borodaj in Donezk. Er berichtete von heftigen Angriffen auf die Ortschaften Gorlowka und Dserschinski.

Der ukrainische Parlamentschef Alexander Turtschinow sprach in Kiew von Erfolgen der „Anti-Terror-Operation“. Regierungstruppen und Nationalgarde seien dabei, den Osten der Ukraine „effektiv von Terroristen zu säubern und von den Belagerern zu befreien“.

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Der Berater des ukrainischen Innenministeriums, Sorjan Schkirjak, sprach von etwa 1000 getöteten Separatisten allein am Dienstag. Separatisten wiesen dies als „Unsinn“ zurück. „Es gibt schwere Kämpfe, doch wir sind bisher nicht einen Meter zurückgewichen“, sagte der Anführer Waleri Bolotow in Lugansk. Seit Beginn der „Anti-Terror-Offensive“ gegen prorussische Aufständische Mitte April sind etwa 200 Soldaten getötet und über 600 verwundet worden, sagte Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew.

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