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Pisani-Ferry Ökonom hält EU-Pläne für zu einseitig

Die Konzentration auf den Stabilitätspakt reiche nicht aus, schreibt der französische Ökonom Pisani-Ferry im Handelsblatt. Schuld daran: „das perverse Zusammenwirken der Staatsfinanzen- mit der Bankenkrise.“

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„Das perverse Zusammenwirken der Staatsfinanzen- mit der Bankenkrise“ ist ein Teufelskreis, aus dem es schwer ist, auszubrechen. schreibt der Ökonom Pisani-Ferry. Quelle: dpa

Düsseldorf Die Euro-Krise ist durch die Beschlüsse des EU-Gipfels nicht überwunden. Der französische Ökonom und Leiter der Brüsseler Denkfabrik Bruegel, Jean Pisani-Ferry, kritisiert in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt insbesondere, dass sich die Regierungen zu einseitig auf eine Verbesserung des Stabilitätspaktes konzentriert hätten.

„Ein weiterer Grund dafür, dass die Konzentration auf den Stabilitätspakt nicht ausreicht, ist das perverse Zusammenwirken der Staatsfinanzen- mit der Bankenkrise. In Irland hat der Bankrott der Banken den Staat auf die Knie gezwungen. In Griechenland dagegen bedroht der Staatsbankrott die Banken. Immer besteht derselbe Teufelskreis: Staaten und Banken schwächen sich gegenseitig, weil die Bilanzen der Banken aufgeladen sind mit Anleihen ihres jeweiligen Staates, der wiederum alleine die Last trägt, die Kreditinstitute zu retten“, schreibt Pisani-Ferry.

Wenn man dieses gegenseitige Hochschaukeln beenden wolle, müsse man die Banken zwingen, ihre Risiken zu diversifizieren, und ihnen Titel anbieten, die repräsentativ seien für die gesamte Euro-Zone, die bekannten Euro-Bonds. Notwendig sei es auch, die Aufsicht über die großen Banken auf die europäische Ebene zu heben und die Last einer eventuellen Stützung zu vergemeinschaften oder der Euro-Zone eigene Finanzmittel zu geben.

„Auf diesem Gebiet ist aber noch nichts geschehen. Stattdessen werden die Banken in Panik gebracht, weil sie ihre Staatsanleihen zum Marktpreis bewerten müssen, also die Bonds der Südländer abschreiben müssen. Die Folge ist, dass sie diese Anleihen abstoßen, was deren Wert noch weiter sinken lässt“, warnt der Ökonom.

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